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Gottes halten, aus dem Wort und Zeugniß Gottes Antwort auf alle Fragen holen. Wenn du nun die Todten zwar nicht mündlich fragst, aber ihnen doch neugierig und willig zuhörst; so hast du ein fragendes Herz und begibst dich mit demselben in eine verbotene Schule, in welcher nie jemand etwas Sonderliches gelernt hat. Hast du also Erscheinungen, so achte ihrer nicht; forsche weder mit dem Munde, noch mit dem Herzen nach verbotener Weisheit; sonst kommst du vom Wort und Zeugniß ab und hast die Morgenröthe nicht. Kaum ist etwas für das innere Leben des Christen gefährlicher, als sich mit dergleichen Fürwitz abgeben. Gewöhnlich tritt der Fürwitz an die Stelle himmlischer Weisheit, wie zur Strafe wird er oft Hauptsache der Seele – und das Herz kommt von Christo ab. Man betritt einen Weg, der in unabsehbare Weiten eines dunkeln Landes führt, eines Landes, welches in entgegengesetzter Richtung vom himmlischen Canaan liegt. – Du möchtest etwa einwenden: „Aber sie bitten so flehentlich, diese Todten!“ Ich erwiedere dir: auf der einen Seite flehen dich Geister um Gehör – auf der andern Seite verbeut dir dein Gott, ihrer zu achten. Was wiegt schwerer in deiner Wage: das Wort der Geister oder Gottes Wort? Nimm dich in Acht, daß du Wort, Zeugniß und Morgenroth nicht verlierst!


2.

 Hiebei ist immer noch vorausgesetzt, daß die Erscheinungen wirklich abgeschiedene Seelen seien. Aber womit will man denn das beweisen? Du antwortest: „Wie? was sollen sie denn seyn? Wenn Gott verbietet,

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Was ist es mit den Geistererscheinungen?. C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1843, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Was_ist_es_mit_den_Geistererscheinungen.pdf/12&oldid=- (Version vom 17.7.2016)