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HErrn. Darum freut sich auch St. Paulus auf das Ende des Glaubens und den Anfang des Schauens und ruft 2. Cor. 5, 8.: „Wir sind getrost und haben vielmehr Lust außer dem Leibe zu wallen und daheim zu seyn bei dem HErrn“ – und Philipp 1, 23.: „Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu seyn.“ Und mit Recht spricht das Buch der Weisheit 3, 1.: Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand und keine Qual rührt sie an.

 Aehnlich ist es mit den Seelen der Gottlosen. Der reiche Mann stirbt – und alsbald ist er in der Hölle und in der Qual. Luc. 16, 23. Zu einem andern reichen Manne Luc. 12, 16. ff. sprach Gott, indem er ihm seine Todesnacht andeutete: „Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern.“ Der Tod des Judas Ischarioth wird Apostelgesch. 1, 25. mit den Worten beschrieben: „er ging hin an seinen Ort.“ – Dieser Ort aber ist derselbe, von welchem ein in dieser Sache gültiger Zeuge spricht, daß es ein „Ort der Qual sei.“ Luc 16, 28. Derselbige Zeuge versichert auch, daß für die Gottlosen das Sterben nichts anders sei, als: „ein Kommen an seinen Ort der Qual.“ V. 28.

 Indeß gebe ich zu, daß diese Stellen – und viele andere, welche ein aufmerksamer Leser der heil. Schrift selbst finden wird[1] – nur beweisen, daß die Seelen der Abgeschiedenen alsbald an ihren Ort gehen, nämlich entweder in’s Paradies oder


  1. Z. B. die Stelle von dem Tode des Königs von Babel. Jesai. 14, 4. ff.
Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Was ist es mit den Geistererscheinungen?. C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1843, Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Was_ist_es_mit_den_Geistererscheinungen.pdf/20&oldid=- (Version vom 24.7.2016)