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in die Hölle, – nicht aber, daß sie nicht wiederkehren und auf die Erde zurückkommen können. Jedoch ist auch das aus folgenden Stellen der heiligen Schrift klar:

2. Sam. 12, 23. spricht David von seinem verstorbenen Sohne: „Kann ich ihn auch wieder holen? Ich werde wohl zu ihm fahren, er kommt aber nicht wieder zu mir.

 In diesen Worten läge ein schlechter Trost, wenn sie nichts weiter sagen sollten, als: „ich werde neben meinem Sohne begraben werden.“ Da würde David sehr eitle Worte führen. Alle Trostkraft liegt in der Hoffnung, daß David mit seinem Sohne der Seele nach wieder vereinigt werden wird. – Muß man nun „zu ihm fahren“ von der Seele David’s mindestens eben sowohl verstehen, als von der Vereinigung der Leichname im königl. Begräbniß; so muß auch das Wort: [„]er kommt nicht wieder zu mir“ um so mehr von der Seele verstanden werden, als ja der Leichnam des Kindes noch bei David war. Ist aber das, so beweist die Stelle, daß die Seelen der Verstorbenen nicht auf die Erde zurückkommen.

 Dazu nimmt man die Stelle Hiob 7, 9. 10. „Eine Wolke vergeht und fährt dahin. Also wer in die Hölle hinunterfährt, kommt nicht wieder herauf und kommt nicht wieder in sein Haus und sein Ort kennt ihn nicht mehr.“ Von einem leiblichen Hinunterfahren in die Hölle redet Hiob nicht; die Seelen fahren allein und ohne Leib hinab. Der Leib könnte wohl wieder in sein Haus kommen, ja in seinem Hause

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Was ist es mit den Geistererscheinungen?. C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1843, Seite 21. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Was_ist_es_mit_den_Geistererscheinungen.pdf/21&oldid=- (Version vom 24.7.2016)