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Satan, als ein stolzer Geist, ist mit jeglicher Aufmerksamkeit zufrieden und kann nur Verachtung nicht vertragen.

4. Hält die Anfechtung an, so beharre in Gebet und Verachtung und zieh aus das Schwert des Geistes, wie dich’s dein HErr Matth. 4., St. Paul Ephes. 6. und St. Jakobus 4, 7. lehrt.
5. Hält die Noth dennoch an, so erkenne, daß sie nur eine äußerliche Noth und viel besser und leichter zu tragen ist, als innerliche Anfechtung der Seele. Trage, was du nicht ändern kannst; man kann durch Geduld eine gute Gewöhnung erlangen, welche für klein achtet, was anfangs schwer schien. Gedenke an St.  Paulus 2. Cor. 12, 7., den auch ein Satan mit Fäusten schlug, der dreimal dagegen gebetet hatte und doch nur die Antwort empfing, daß Gottes Kraft in den Schwachen mächtig sei und die Gnade Gottes unter satanischer Anfechtung wohl bestehen könne. Kann man das Werk eines Apostels unter Faustschlägen satanischer Engel thun, wie viel eher geringere Arbeit! Es heißt auch hier: „Ein geduldiger Mann ist besser, denn ein starker.“ Man hat Beispiele, daß dergleichen Anfechtungen Jahre lang dauern konnten und endlich doch aufhörten, nachdem man durch Geduld im Kampfe Verachtung des Feindes in rechtem Maße gelernt hatte. Es haben alle dergleichen Dinge ein Ende gefunden. Auch deine Anfechtung wird ihr Ende finden, und hernach wird auch von ihr wahr werden, was Jakob 1, 12. geschrieben ist.
Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Löhe: Was ist es mit den Geistererscheinungen?. C. H. Beck’sche Buchhandlung, Nördlingen 1843, Seite 33. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wilhelm_L%C3%B6he_-_Was_ist_es_mit_den_Geistererscheinungen.pdf/33&oldid=- (Version vom 24.7.2016)