Seite:Wilhelm Löhe - Zum Gedächtnis meines Pathenkindes Lorenz Wilh. Friedr. August Kündinger.pdf/5

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machen. Am 12. d. Mts. sollte er die Reise antreten und sein Vater wollte ihn bis Gunzenhausen begleiten. Zwei Tage vorher, am 10. d. Mts., war er in Ansbach, wo ein etwas älterer Freund, Heinrich Heindel von Altheim, eben auch in Ansbach, ihn einlud, mit ihm nach Altheim zu gehen. Er erholte sich dazu die Erlaubnis seiner Eltern, welche ihm dieselbe – nach vorgängiger Berathung – etwas ungern gaben. In Altheim am 13. d. Mts. angekommen, verlebte er etliche Tage in dem befreundeten Hause recht vergnügt bei Heindels Pflegevater, Herrn Pfarrer Senior Nürnberger. Am Dienstag, den 18. September, Vormittags gieng August mit Heinrich Heindel und einem zweiten anwesenden jungen Menschen, Namens Huber, von welchen dieser mit einer entlehnten Bauernflinte, jener mit einem alten Jagdgewehr seines Pflegevaters versehen war, in den Wald. August gieng als Zuschauer mit und die beiden andern schoßen ihre Gewehre ein paar Male auf Spatzen und dgl. ab. Nach Tisch schlug Heindel eine abermalige Jagdpartie vor. Er gieng mit seinem Gewehre in sein Zimmer, lud es daselbst, und da sein Ladstock nicht lang genug war, um die Ladung gehörig aufsetzen zu können, so trug er das Gewehr zu dem unten im Hausplatz stehenden Huber, nahm den Ladstock aus dessen längerer Flinte und pfropfte mit aller Gewalt noch einen Pfropf auf die Ladung hinauf. Huber hatte seine Flinte auch geladen, stellte sie aber an einen im Hausplatz befindlichen Schrank. Heindel nahm nun sein so stark geladenes Gewehr in der Richtung in die Hand, wie es die Soldaten beim Commando „fällt’s Gewehr“ zu nehmen pflegen, öffnete die Batterie, schüttete Pulver auf die Pfanne, nistelte noch eine Zeit lang an dem Stein herum, der durch das vormittägige Schießen stumpf geworden war, spannte den Hahn, suchte ihn wieder in die Ruhe zu setzen, kurz er machte sich immerzu mit dem geladenen Gewehr zu schaffen.

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 Während dessen war August nicht bei den beiden jungen