Seite:Wilhelm Löhes Leben Band 1 (2. Auflage).pdf/141

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ein großer Heuchler sein, wenn ich etwas thäte, um Sie zu betrüben. Ich bin vielmehr

Ihr ganz ergebener
Fürth, am Sonnabend W. Löhe,
vor D. D. p. Trin. XII. cand ord.
1831.


 Unter solchen Umständen war es begreiflich, daß Löhe sich sehnte, aus dieser unerquicklichen Stellung erlöst zu werden.

 Es mußte ihm daher ein Brief des Pfarrers Erb in Münchberg, in dem ihm ein Vicariat bei dessen Schwiegervater, Titular-Decan Sommer in Kirchenlamitz, angetragen wurde, höchst erwünscht kommen. Ueberdies war der Ruf auch dringend genug. „Sie kennen ohne Zweifel“, schreibt Erb an Fleischmann, „Löhe persönlich und kommen wohl öfter mit ihm zusammen. Ich bitte Sie daher, unwiderstehlich dazu in meinem Herzen getrieben, Sie möchten den lieben Löhe im Namen Jesu Christi beschwören, er möge auf so manches Angenehme in seiner Vatergegend verzichtend heraufkommen nach Kirchenlamitz, wo es gilt, das Wort und die Ehre Christi zu gründen und auszubreiten.“ „Dies“, sagt Löhe, „gab mir Anlaß ernst nachzudenken, das hiesige verzwickte Vicariat bei Ebert fahren zu lassen und alle anderen Aussichten, und nach Kirchenlamitz mich zu entschließen.“ Er schrieb deshalb an Pfarrer Ebert einen zwar freundlichen, aber offenen Aufsagebrief folgenden Inhalts.


Fürth, 12. September 1831.

 Hochwürdiger Herr!
 Liebster Herr Bruder!

 „Sie haben, wie man mir sagt, schon von Andern gehört, daß ich von hier weggehen will, und ich würde Ihnen deshalb schon früher Nachricht gegeben haben, wenn ich eher, als erst seit gestern spät am Abend, völlige Gewißheit gehabt hätte.