Seite:Wilhelm Löhes Leben Band 1 (2. Auflage).pdf/191

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Abschrift des Extractes.
Kirchenlamitz, den 30. November 1833.
Die 12. Sicherheits-Brigade
an
das königliche Compagnie-
Commando,
6. Gendarmerie-Compagnie.
heimliche Zusammenkünfte hinsichtlich
neuerlichen Glaubens-Secte
betreffend.

 Unterzeichneter meldet gehorsamst, daß zu Kirchenlamitz heimliche Zusammenkünfte in mehreren Häusern stattfinden.

etc. etc.

 2. Desgleichen kommen im Pfarrhause in der Wohnung des Herrn Pfarrvicars Löhe dahier die männliche Jugend im Alter zu 14-18 Jahren öfters in der Woche nächtlicher Zeit zusammen, und ihr Treiben ist Beten und Singen.

Johann Müller, 
Brigadier zu Fuß. 

 Auf diese Anklage reichte Löhe unterm 4. Januar 1834 beim Landgerichte eine Vertheidigungsschrift ein, in der er auf die Hauptklagepunkte in folgender Weise sich verantwortet:

 „Die Anklage wegen neuerlicher Glaubenssecte ist völlig grundlos und bei ihrer Bedeutendheit zum wenigsten leichtfertig genug hingeworfen.

 „Die hiesigen Geistlichen hängen der evangelisch-lutherischen Kirche von ganzer Seele an, und alles ihr Lehren und Wirken kann nur vom Stande der symbolischen Bücher dieser Kirche recht beurtheilt werden. Der Unterzeichnete namentlich hat schon in dem zur Ordination abgegebenen Lebenslauf dagegen protestiert, für einen Menschen angesehen zu werden, welcher die Ordination in einer Kirche verlangte, deren Glauben er nicht