Seite:Wilhelm Löhes Leben Band 1 (2. Auflage).pdf/5

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Vorrede zur ersten Auflage.




„Wie der Mensch nur sagen kann: Hie bin ich!
Daß Freunde seiner schonend sich erfreuen,
So kann auch ich nur sagen: Nimm es hin.“
 Tasso.

 Mit diesen Worten möchte das vorliegende Buch, von einem Freunde des seligen Löhe für Freunde desselben geschrieben, bei seinem lange verzögerten Erscheinen sich in die Oeffentlichkeit einführen. Der den Verfasser leitende Gedanke war der, Löhe so viel als möglich durch Mittheilungen aus seinen Tagebüchern und Briefen selbst zu Worte kommen zu lassen und ohne viel eigene Zuthat einfach die Akten dieses bedeutenden Lebens vorzulegen, um dem Leser auf Grund derselben eine selbständige Würdigung der persönlichen und kirchlichen Bedeutung Löhe’s zu ermöglichen. Die Frage, ob er die Errichtung eines biographischen Denkmals für Löhe nicht einer berufeneren Hand hätte überlassen sollen, mußte sich für den Verfasser trotz mancher Bedenken aus dem Grunde verneinend beantworten, weil Löhe, als man ihn wenige Monate vor seinem Tode bat, eine Beschreibung seines Lebens zu verfassen, hiezu zwar Zeit und Kraft nicht mehr fand, den Verfasser aber als denjenigen bezeichnete, von dem er allein sein Leben dargestellt sehen möchte, und der jedenfalls außer seinen Kindern einzig das Recht haben sollte, von seinen Briefen, Tagebüchern und sonstigen Aufzeichnungen Einsicht zu nehmen. Dabei war es ein in der Natur der Sache begründeter Wunsch Löhe’s, daß bei einer allenfalls entstehenden Biographie seine Tochter, als die am meisten und längsten mit ihm zusammengelebt, hilfreiche Hand leiste – ein Wunsch, der auch befolgt worden ist.