Seite:Wilhelm Löhes Leben Band 1 (2. Auflage).pdf/63

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Gesundheit sehr zweckdienlich gewesen, wenn er als Pfarrer noch geritten hätte, wie der obige Lehrling ihm oft zuredete.

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 Im Herbst 1826 machte Löhe seine erste weitere Fußreise nach Frankfurt a. M. und wanderte vierzehn Tage umher. (Von dieser Reise ist uns sein Tagebuch noch erhalten. Aus demselben sehen wir, daß seine Wallfahrt nach Frankfurt dem Dichter Goethe galt, den er jedoch daselbst nicht traf. Er setzte seine Reise fort bis Mainz. Dort „in dieser jedem wackern Germanen heiligen Gegend“, sagt er, „ist Deutschlands Pracht. Es ist ganz recht, daß man von hier den deutschen Völkern die Lärmtrompete blase. Hier im Angesicht des Vaters Rhein blühet auch ein welkes, mattes Herz wieder auf. O Tacitus, daß ich deine ernste Stimme, deine ehrwürdigen Rollen nicht bei mir habe, daß ich deine Germania auf des Römers Drusus Grabe, an der Wasserleitung des Römervolks mit schwellendem Herzen läse.“ Diese Reise machte Löhe ganz allein. Doch tadelt er in einem scherzhaften Brief seinen Freund Ritter, daß er ihn so allein in der Welt umher ziehen lasse. Er hätte gern mit einem Freund alle Herrlichkeiten der Reise genossen, denn mit Recht nenne Jean Paul es einen Theil der Freundschaft, „nicht allein auf den leuchtenden Alpen zu stehen“. Bereichert mit einer Menge neuer Eindrücke kehrte er von seiner Reise wieder in die Heimath zurück.) Bald nach Löhe’s Rückkehr von dieser Reise wurde noch ein Ausflug von einer Partie der Freunde beschlossen. Gegen Ende des Octobers 1826 gieng man nämlich an einem Sonnabend nach Pommersfelden. Weil der Lehrling auch dabei sein sollte und wollte und derselbe nicht eher Feierabend erhielt, so konnte man die Reise erst 31/2 Uhr Nachmittags antreten. Das machte jedoch nichts, so wenig als daß es schon anfieng zu regnen; es sollten ja nur 6–7 Stunden nach Pommersfelden sein. Die sechs Wanderer giengen fröhlich