Seite:Zerstreute Blaetter 6.pdf/144

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Sie wandten ihr Antlitz weg,
Ein dünner Nebel bedeckte ihre Schöne.
Sie waren wie Sterne zu Nacht auf einem Regenhügel,
Wenn jeder schwach durch seine Wolke blickt.“

     Sanft[1] sei deine Ruhe, lieblicher Strahl!
Bald bist du untergegangen auf unsern Hügeln.
Die Schritte deines Scheidens waren schön,
Wie der Mond auf blauen zitternden Wogen sinkt.

     Aber uns hast du gelassen in Dunkelheit,
Erste der Mädchen in Lutha.
Wir sitzen auf dem Felsen; es kommt kein Laut.
Kein Licht ist dort als das Feur des Meteors.
Bald bist du untergegangen, o Malvina,
Tochter des edlen Toscar.

     Doch du gehst auf, wie der Strahl des Osts,
In Mitte der Geister deiner Freunde auf,


  1. Hier redet Oßian wieder.
Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Sechste Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1797, Seite 122. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_6.pdf/144&oldid=- (Version vom 1.8.2018)