Seite:Zerstreute Blaetter 6.pdf/196

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Schwachen, der sich jeden Augenblick mit dem obersten Grundsatz der Moral verwirren und martern will, wenn es blos auf Wirkung und Folge ankommt, mithin Klugheit allein entscheidet.

43.

Zu allen Zeiten aber hat es auch gute Menschen gegeben, die viel Gutes um des Guten selbst willen thaten. Es giebt solche auf allen Stufen der Cultur, unter allen Nationen; unter denen, die wir Wilde nennen, vielleicht mehr als unter Völkern die blos zu feineren Vergnügungen der Sinne, der Einbildungskraft, der äußern Ehre und des Vernünftlens aufgeklärt sind. Jeder von jenen Guten und Edeln hatte seinen Lohn in sich; sein Gutes ging auf andre über.

44.

Wünschen wir also in ein Zeitalter wiederzukommen, wo man blos weise und nicht auch klug seyn darf: so hoffen wir wahrscheinlich auf

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Sechste Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1797, Seite 174. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_6.pdf/196&oldid=- (Version vom 1.8.2018)