Seite:Zerstreute Blaetter 6.pdf/240

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Weissager der Zukunft. Recht und bescheiden auch von künftigen Dingen zu urtheilen, hielten sie für die schönste Gabe der Himmlischen, die sterblichen Menschen zu Theil werden könne, und stellten beide Abweichungen, den zu kühnen Vorblick sowohl, als den zu trägen Gang der Menschen auf ihren Wege, in das gehörige Licht.[1]

15.

Sehr belehrend hierüber ist das Theater der Griechen, eine Schule der Weisheit über die Wissenschaft und Dunkelheit des Schicksals. Mächtig ist die Schickung und unentweichlich; eine heilige Nothwendigkeit, der man gehorchen muß, die auch dem obersten Gott gebietet. Ganz unschuldig aber leidet unter ihr niemand. Wo


  1. Θεος εστι τοις χρηστοις αει
    Ο νους αρ` ως εοικε· τοις σοφωτατοις.
    – Τους θεους εχων τις αν
    Φιλους αριστην μαντικην εχοι δομοις.
    U. a.

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Sechste Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1797, Seite 218. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_6.pdf/240&oldid=- (Version vom 1.8.2018)