Seite:Zerstreute Blaetter 6.pdf/254

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29.

Ohne Religion kann die Menschheit nicht seyn. Schon das Unendliche, das uns vor- und ruckwärts umgiebt, das wir mit Gedanken so wenig als mit unsern Händen umfassen können, und in welchem wir doch allenthalben Gesetze und eine Organisation wahrnehmen, die uns in das süßeste Erstaunen setzt, – schon dies Unendliche, Weise, Gütige gebeut uns Religion, d. i. Verehrung, Scheu, Dank und Zutrauen zu dem großen Unnennbaren, der diese Organisation bildete, diese Gesetze fest stellte. Die Regel des Rechts in unsrer Brust schließet uns noch vester an ihn; denn sie ist seine, sie ist des moralischen Weltalls Regel. Der Gedanke endlich, daß wir ganz, wie wir sind, ihm angehören, ewig angehören, und

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Sechste Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1797, Seite 232. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_6.pdf/254&oldid=- (Version vom 1.8.2018)