Seite:Zerstreute Blaetter 6.pdf/255

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daß was er uns jetzt seyn ließ, wahrscheinlich nur ein Unterpfand dessen sei, was wir fortgehend unter seiner Führung seyn können und seyn werden, dieser zutrauende Glaube macht uns von seiner Huld gleichsam unabtrennlich. Lieber also glauben, als wissen! Da wir sehen, daß und warum wir eine Unendlichkeit, die vor uns liegt, nicht übersehen können; so wollen wir rechtschaffen-strebend, mit Liebe zutrauend fortgehen und glauben.

30.

Der christlichen Religion endlich, wie ihr Stifter sie lehrte, sollte hiebei gar kein Vorwurf gemacht werden; sie beschäftigt sich am wenigsten mit Träumereien und Bekümmernissen über den Zustand nach dem Tode. Vielmehr stellt sie uns hier auf Erden einen großen Bau vor Augen,

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Sechste Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1797, Seite 233. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_6.pdf/255&oldid=- (Version vom 1.8.2018)