Seite:Zerstreute Blaetter 6.pdf/342

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

     Durch grause Wüsten ging er; siehe da
Erhob ein Fels sich; aus dem Felsen sprang

15
Ein heller Bach, beschattet rings von Palmen.

Am Felsen hob sich eine Traubenwand
Empor. Wohl ausgehauen leitete
Ein Schneckengang zur Höh’ hinauf; im Teich
Des Baches spielten Fische. Kräuter blühten,

20
Und viel gesunde Früchte prangeten

Im Garten – ringsum ein Elysium.

     Verjünget wanderte Hilarion
Hin und daher, stieg auf und ab; ihn sangen
Die Vögel, die einst mit Antonius

25
Loblieder angestimmt, den Freundesgruß,

Und flogen ihm vertraut auf seine Schultern.
Des Greises beide Jünger zeigten ihm
Jedweden Lieblingsort des Heiligen,
Dem sie gedienet. „Hier! hier betet’ er.

30
Auf dieser Höhe sang er Hymnen; dort

Pflegt’ er zu ruhen; hier arbeitet’ er.
Den Palmenhain hat er gepflanzet, Er

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Sechste Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1797, Seite 320. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_6.pdf/342&oldid=- (Version vom 1.8.2018)