Seite:Zerstreute Blaetter 6.pdf/377

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Singet mit mir dankbar und zufrieden:

50
Groß ist Gott im Kleinesten und Größten.“


     Rauher pries sie jetzt in wilden Tönen,
Wie auf Kräutern sie und über Blumen
Manchen Blum- und Krautverwüster aufspäht,
Ihn mit scharfen Nägeln faßt und festhält,

55
Und aussauget ihre Beute. –


 „Schweige,
Sprach Franciscus, deine Stimme tönet
Rauh und heiser. Lerne von mir, Schwester,
Zeit ist jetzt zu singen, jetzt zu schweigen.

60
Fleuch empor, und preise mir in Zukunft

Gottes Lob, nicht deine eignen Thaten.“
„Groß ist Gott, im Größesten und Kleinsten“
Jauchzten auf die horchenden Cicaden.

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Sechste Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1797, Seite 355. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_6.pdf/377&oldid=- (Version vom 1.8.2018)