Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/229

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Heinrich sei? er glaubt also, da er diese Gesänge mit der Geschichte nicht verbunden sieht, Stimmen außer aller Zeit, etwa das Erdmännchen zu hören, dem Bodmer in Einem seiner kritischen Briefe einige Strophen dieser Lieder in den Mund leget. 14) [1] Und so bleibt der mit Mühe entdeckte Schatz wie begraben.

Ich wüßte eine fügliche Auskunft. In der Jenaischen Universitätsbibliothek liegt ein nicht unbekannter, schätzbarer Codex, von dem Wiedeburg vor fast vierzig Jahren Nachricht gegeben 15)[2] und zu dessen Ausgabe man neulich Hoffnung gemacht hat. Ich kenne ihn ziemlich genau, und habe mir einen Theil der Gedichte selbst abgeschrieben; er enthält nicht nur einige völlig neue Dichter, die in der Manessischen Sammlung nicht sind, sondern auch von denen in dieser


  1. 14) Neue kritische Briefe Zürich 1749. S. 474.
  2. 15) Wiedeburgs Nachricht von einigen alten Deutschen poetischen Manuscripten in der Jenaischen akademischen Bibliothek, Jena 1754.
Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 213. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/229&oldid=- (Version vom 1.8.2018)