Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/232

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jetzt nach Oberlins Gloßario leichter ist, als es zu Bodmers Zeit war. Geschähe dieses durch ein Gloßarium, oder durch Noten, oder durch eine prosaische Uebersetzung unter dem Text, wie es dem Herausgeber am Zweckmäßigsten dünkte; auf jede Weise würden diese Gedichte unterrichtend, angenehm, lesbar und lebendig.

Ohne Zweifel wünschen Sie mit mir, daß ein so rühmliches Werk bald erscheine. Es falle aber ja einem verständigen Mann in die Hände, der uns die Schönheit der alten Deutschen Muse nicht vordeklamire. Sie ist bescheiden und züchtig; sie will nicht gelobt, aber verstanden, geschätzt und geliebt seyn.

Dabei wollen wir uns alle Hoffnung vergehen lassen, daß unsre jetzige Deutsche Fürsten, Kaiser, Könige, Herzoge, Grafen und Herren, wie ihre Vorgänger und Urahnen, Gedichte machen sollen und werden; die Zeit ist vorüber. Gnug, wenn sie aus diesem Werk die Sinnesart und den

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 216. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/232&oldid=- (Version vom 1.8.2018)