Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/233

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Ruhm ihrer Vorgänger und Urahnen kennen lernen; und dazu könnte für viele der edelsten Geschlechter im obengewünschten Commentar mancher Rath geschafft werden.

Mein heutiger Brief liefert Ihnen keine Poesie: denn was hülfe es, aus einem so reichen Garten ein paar welke, ausgerupfte Blümchen vorzuzeigen? In einer schönen Sommermuße müssen Sie den reichen Garten selbst kennen lernen.

Ueber die langen epischen Gedichte dieses Zeitalters werde ich Ihnen gar nichts schreiben. Die wenigsten habe ich gelesen; es hat mir zu ihnen Lust und Musse gefehlet. Dem Inhalte nach möchte ich sie gern, auch wo ihr Stof aus fremden Sprachen entlehnt ist, in ihrem Deutschen Gewand kennen lernen; und ich wünschte, (denn mein Brief ist einmal auf dem Wege des Wünschens) daß uns ein Deutscher Treßan, angenehm und intereßant wie der Französische,

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 217. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/233&oldid=- (Version vom 1.8.2018)