Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/258

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In seiner schönen Provinzialsprache herrscht eine so angenehme Naivetät, Deutsche Urbanität, Ruhe und Zünftigkeit der Gedanken, daß ich jedem Jahrhundert in seiner Art einen Hans Sachs wünschte. Es war mir unlieb zu bemerken, daß die angefangene Auswahl seiner Verse mit Spracherläuterungen von einem seiner geschickten Landsleute und Liebhaber von einigen Jahren nicht zu Stande kam; ich hoffe, sie wird dazu kommen, oder ihr Urheber für sie auf eine andre Art sorgen. 29)[1] Leider erzeigen die Deutschen ihm nicht die Ehre, die die Engländer ihrem früheren Chaucer beweisen; 30)[2] und doch kurzweiligen Geschichten, die Er, Waldis u. a. haben, wäre es


  1. 29) Auswahl Hans-Sachsischer Gedichte von Häßlein, Nürnberg 1781. Th. I. Im Bragur hat er nebst andern auch aus Hans Sachs Beiträge gegeben.
  2. 30) Die schöne Ausgabe dieses Dichters mit Tyrwitts Gloßarium sollte ein Vorbild solcher Ausgaben werden. Ihren Spenser, Buttler u. f. haben die Engländer mit grossen Commentaren und Noten.
Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 242. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/258&oldid=- (Version vom 1.8.2018)