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VIII.
Zur Geschichte der Sänften in Nürnberg, wie auch von der jährlichen Ankunft der Störche daselbst.

Friedrich Reuter, Einspänniger[1] und Färber in der Bauernfarbe, welcher einige junge Herren auf Reisen begleitet und auswärts den Gebrauch der Sänften kennen gelernt hatte, erhielt 1713 zuerst durch einen Rathsverlaß das Recht Sänften zu halten. Eine stand unter der Frauenkirche, die andere bey St. Lorenzen. Niemand wollte sich anfangs derselben bedienen, der Unternehmer ließ sich daher selbst durch die Stadt hin und her tragen. Die Leute liefen Schaarenweise mit, spotteten und nannten es Sünde, daß ein Mensch des andern Esel würde, man warf sogar mit Koth und Steinen darnach. 1718 wurde die erste Sänftenträgerordnung gemacht, und die Sänften unter das Rathhaus gegen dem Fünferhaus über verlegt, wo sie noch jetzt sich befinden.

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  1. Diesen Namen führt die reitende Nürnbergisch-Stadtgarde.