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Sigmund Feyerabend (EESachse).jpg


Sigmund Feyerabend.
Geb. 1527, starb nach 1586.


Nur zu leicht vergißt die Nachwelt häufig die Namen solcher Männer, die weniger durch geistige, als durch gewerbliche Thätigkeit der Menschheit nutzten, wenn sie auch wie der Buchhändler S. Feyerabend auf das redlichste bemüht waren, gutes und schönes ins Leben zu rufen, edle Künste zu fördern, Künstler zu beleben und anzuregen und Werke der Wissenschaft zu verbreiten.

Sigmund Feyerabend wurde 1527 zu Frankfurt a. M. geboren und genoß jedenfalls eine wissenschaftliche Erziehung und Bildung. Neigung und Talent führte ihn auch zur zeichnenden Kunst, doch ist nicht mit Sicherheit zu erweisen, daß er wirklich ausübender Maler gewesen; mit dem Formschnitt aber beschäftigte er sich höchst wahrscheinlich eigenhändig und hatte für diesen die größte Vorliebe, denn das ins Leben rufen von durch Holzschnitte illustrirten Werken machte mit das Glück seines Lebens aus. Die namhaftesten Künstler seiner Zeit arbeiteten für Feyerabend und zierten die Werke seines Verlages mit ihren Bildern; so der treffliche Maler und Formschneider Virgil Solis, der unübertrefflich fleißige Jost Ammon, die beiden Stimmer, Christoph und Tobias, Christoph Maurer (Murer), Vorberger u. a. Auch Träger seines eigenen Namens wurden von Sigmund Feyerabend beschäftigt, ein L., ein V. F., ein S. H. F., letzterer Bruder oder Vetter, auch der Vater Johann F. und Sigmund selbst sollen die Holzschneidekunst geübt haben. Außerdem saßen in der Feyerabend’schen Holzschneidewerkstätte noch zahlreiche Gesellen, deren Monogramme zwar bekannt sind, nicht aber ihre Namen, die alle mehr oder minder beitrugen, die Holzschneidekunst in einer schönen Nachblüthe nach ihrem Sonnenhöhestand unter Dürer, Cranach und Holbein zu zeigen, denn später sank sie mehr und mehr, und erst die neuere Zeit hob sie wieder auf den Gipfel ächter künstlerischer Weihe und vollendetster Technik.

Sigmund’s Geschäft blühte unter seiner eigenen Leitung bis gegen das Ende des 16. Jahrhunderts, und er hinterließ kunstsinnige Söhne, Johann und Karl Sigmund, die es fortsetzten, und ebenfalls im Sinn und Geist des Vaters noch mehrere holzschnittverzierte Werke erscheinen ließen. Der Verlag Sigmund’s selbst