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Zweihundert deutsche Männer in Bildnissen und Lebensbeschreibungen-217.jpg


Friedrich Gottlieb Klopstock.
Geb. d. 2. Juli 1724, gest. d. 14. März 1803.


Einst, bevor Goethe und Schiller ihn überstrahlten, Deutschlands gefeiertster, allbekanntester Dichter, der Liebling des gebildeten Theiles der Nation, als Dichter groß, als Mensch vielleicht noch größer.

Quedlinburg am Harz ward Klopstocks Geburtsstadt und sah ihn als Knaben seine Schule besuchen. Später wurde er Alumnus zu Schulpforte, und bildete seinen Geist aus für Elasticität und alte Sprachen. Schon dort regte der Genius der Poesie über ihm die wehenden Schwingen, schon dort kam ihm der Gedanke zu seiner Messiade, die er dann in Jena, erst nur in Prosa, zu bearbeiten begann, wohin er sich 1745 gewendet, um Theologie zu studiren. Ein Kreis begabter Freunde hob ihn dort hoch über das Alltagstreiben der Studentenwelt; Andreas Cramer, Adolf Schlegel, Rabener, Zachariä, Giseke und andere umgaben ihn, munterten ihn beifällig auf. Die ersten Gesänge seines Messias erregten Aufsehen, Bewunderung – der Reiz der Neuheit, die Mächtigkeit der Sprache, die Fülle der Bilder, die Erhabenheit des Stoffes füllten die Seelen der Leser mit Erstaunen, nur die orthodoxen Theologen murrten kopfschüttelnd; es dünkte ihnen eine Entweihung, den Welterlöser zum Helden eines Gedichtes zu machen, das an die homerischen Epopöen erinnerte.

Nach Jena bezog Klopstock die Hochschule Leipzig und von da nahm er 1748 im Hause eines Verwandten, Namens Weiß zu Langensalza – die Familie blüht noch – dessen Kinder er unterrichtete, Wohnung und Aufenthalt und setzte seine schöpferische Geistesarbeit fort. Auch die Liebe nahte ihm hier mit ihrem verklärenden Abglanz überirdischer Seligkeit, freilich nur eine Dichterliebe, die keine Erwiederung fand, vielleicht um so heilsamer und läuternder für ihn durch ihre Schmerzen. Im Jahr 1750 verließ Klopstock Langensalza, reiste in die Heimat zurück und dann mit Sulzer in die Schweiz, wo er im Kreise von Bodmer und dessen Freunden sich freudig bewundert und hoch verehrt sah.

Auf einer Reise nach Dänemark, dessen König ihm großmüthig ein Jahrgehalt von 400 Thalern bestimmt hatte, damit er ohne Sorgen seinen Messias vollenden