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Johann August Unzer.
Geb. d. 29. April 1727, gest. d. 2. April 1799.


Als Arzt gelehrt und geschätzt, als Physiolog Bahn brechend, erwarb sich Unzer dauernden Nachruhm und seine Schriften sicherten ihm bei der Nachwelt den Ruf eines tief in die Geheimnisse der Natur eingedrungenen Forscher-, Er wurde zu Halle geboren, besuchte die dortige Hochschule, widmete sich der Arzneikunst, und trat schon in seinem achtzehnten Jahre anonym als Schriftsteller auf. Im 21. Jahre erwarb er die medicinische Doctorwürde, nachdem er bereits 1747 als Substitut seines Lehrers, des Professor Junker, der zugleich die Stelle des Waisenhaus-Arztes bekleidete, in die medicinische Praxis eingeführt worden war. Nach seiner Promotion begann er als philosophischer und medicinischer Docent, wie als praktischer Arzt sein nützliches und mit den günstigsten Erfolgen gesegnete Wirken, ausgerüstet mit gediegenen Kenntnissen, großer Gelehrsamkeit, und mit der Gabe, Erfahrungen an Krankenbetten wohl zu nützen und zu verwerthen. Neben den allgemeinen Krankheitserscheinungen waren es hauptsächlich Physiologie und Psychologie, auf welche Unzer sein Augenmerk richtete, und er veröffentlichte zahlreiche Wahrnehmungen und Früchte seiner ernsten Beobachtungen und Studien, welche im ärztlichen Publikum nicht nur, sondern auch bei dem der Laien in den medicinischen Wissenschaften großen Beifall fanden. Seine Schreibart war gefällig, und auch den Laien verständlich, und der Zweck, weshalb er sogar für diese schrieb, war Gemeinnützlichkeit, Beseitigung des Aberglaubens und der Quacksalberei, und auf Vernunft begründete Gesundheits- und Lebensverlängerungskunst. Zu Ende des Jahres 1750 wandte sich Unzer von Halle nach Hamburg, und von da bald nach Altona, wo er sich verheirathete und in Ausübung goldener Praxis glücklich lebte. Seine Frau war Johanne Charlotte, eine geborene Ziegler, seine Landsmännin, im Jahre 1724 auch in Halle geboren, und – eine Dichterin, der es gelang, Ruf zu erstreben und Anerkennung in weiteren Kreisen zu finden. Man schmückte sie zu Helmstädt 1755 mit dem poetischen Lorbeerkranze, und ertheilte ihr die Mitgliedschaft gelehrter Societäten. Sie war, wie alle dichtenden Frauen, zunächst Lyrikerin, besang Gott, Religion, Freundschaft und Tugend, und