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Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz.jpg


Friedrich Wilhelm Bülow Graf von Dennewitz.
Geb. d. 16. Febr. 1755, gest. d. 25. Febr. 1816.

Einer der ersten jener mit hohem Ruhme genannten Feldherren des Befreiungskrieges, der einem alten reichsfreiherrlichen Geschlechte entstammt, dem Väterruhm neuen Glanz verlieh und neuen Lorbeer hinzufügte. Sohn eines geistbegabten, doch etwas wunderlichen Vaters, wurde Bülow auf dem Gute Falkenberg in der Altmark geboren, und erhielt mit seinen 4 übrigen Brüdern eine standesgemäße Erziehung. Er entschied sich früh für den Kriegsdienst und trat bereits im 13. Jahre als Fahnenjunker in ein Regiment zu Berlin, bei welchem bereits sein Bruder Karl Ulrich als Offizier stand. Die militärische Zucht war hart und streng; nach vier Jahren eines peinlichen Dienstes rückte Bülow zum Fähndrich auf und wieder vergingen 6 Jahre, bevor er es zum Lieutenant bringen konnte. Der Gamaschendienst stand damals, und zumal in Berlin, in höchster Blüthe, der Offizier war alles, der Nicht-Offizier nichts, der Soldat höheren Ranges alles, der Bürger nichts; französische Sprache galt vor allem als Grundlage jeglicher Bildung; es gehörte eine gediegene innere Begabung dazu, um nicht im Gange der Alltäglichkeit zu verflachen oder übermüthig zu werden. Bülow besaß diese Begabung und bildete sie aus; er pflegte die Musik und huldigte den schönen Künsten. Im Jahre 1786 wurde er Oberlieutenant, mit 31 Jahren – ein beliebter und wackerer Offizier, von den Kameraden geschätzt und geachtet. Indeß es war Friede, und erst nach vier Jahren wurde Bülow Stabskapitän. Erst der Krieg Preußens gegen Frankreich im Bunde mit Oesterreich berief den kräftigen Helden auf das Feld der Ehre, der Thaten. Obschon die allgemeine Stimmung im Heere nicht gegen Frankreich war, zumal im Beginn der Revolution diese noch nicht völlig den Völkern des Auslandes ihr scheusliches Hyänenantlitz zeigte. Den ersten verunglückten Feldzug der verbündeten Heere in die Champagne machte Bülow nicht mit; erst im Jahre 1793 ging er in der ehrenvollen Stellung eines militärischen und befreundeten Leiters des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen als Hauptmann von der Armee mit zu Felde, wo ihm Gelegenheit wurde, sich rühmlich auszuzeichnen. Er erwarb bei der Belagerung und Erstürmung der Schanzen vor Mainz den Orden pour le merite.

Im April 1794 wurde Bülow Major, und begab