Seufzer eines Wählers

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: Rudolf Lavant
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Seufzer eines Wählers.
Untertitel:
aus: Das Lämplein
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1879
Verlag: Leipzig: Genossenschafts-Buchdruckerei (Deutschland)
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scan
Kurzbeschreibung:
Das Lämplein, Nr. 38, Seite 3
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Seufzer eines Wählers.jpg
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]

[3]

Seufzer eines Wählers.

O du verwünschte Landtagswahl,
Du machst uns unnütz Last und Qual.
Das Wählen ist mir rein ein Graus,
Es kommt doch nichts dabei heraus.

5
Conservativ und liberal

Na, unterscheide sie einmal!
Und Fortschritt oder liberal
Das ist nun vollends ganz egal.

Da zerrt man sich nun her und hin,

10
Und wer hat schließlich den Gewinn?

Die Einen thuen stolz und schrei’n:
„Wir wählen Herrn v. Wittgenstein!“
In Plagwitz und in Lindenau
Macht man für Jerrmann viel Radau,

15
Für ihn schreibt Bruno einen Brief,

Man wählt und ― Beiden geht es schief!

Und wer ist schließlich schöne ’raus?
Laut spricht den Namen man nicht aus,
Es flüstert in vertrauter Rund’

20
In’s Ohr dem Nachbar ihn der Mund,

Man sieht bedeutungsvoll sich an
Und macht drei Kreuze ängstlich dann.
W. L. ― der Rothen Chef, gewählt!
Und darum hat man sich gequält?

25
Auch Zwickau˶Land, du liebe Zeit,

Stimmt dunkelroth, wie nicht gescheidt!
Auch dort das Resultat der Wahl
Staatsuntergrabend˶sozial!
Geht das so fort, so wird zuletzt

30
Das Haus Wettin noch abgesetzt.

Ich denke mir, das Beste wär’,
Wir wählten künftig ― gar nicht mehr!
                                                                           R.L.