Shackspeare

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Textdaten
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Autor: B.
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Titel: Shackspeare
Untertitel:
aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Nr. 42, S. 167–168
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Quelle: Scans auf Commons
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[167]
Shackspeare.




Eine Lobrede auf Shackspeare halten, wäre das lächerlichste Unternehmen, das je einem müssigen Rhetor in den Kopf kommen könnte. Aber erinnern darf man wohl bisweilen daran, daß auch in seinen kleineren Gedichten ein Schatz verborgen liegt, der es verdient, nicht verborgen zu liegen. Manches ist spitzfindig; aber meistens ist es, wie so oft den Shackspeare, eine Spitzfindigkeit, die aus der Tiefe des Gemüthes hervor geht. Manches ist dunkel, weil es auf einzelne Verhältnisse sich bezieht, die wohl von jeher nur wenigen bekannt waren, aber man bringe nur (die volle [168] Kenntniß der Sprache vorausgesetzte) den rechten Sinn mit, und befreunde sich immer mehr und mehr mit dem Dichter, und vieles wird erhellt werden, wenigstens von dem Mondlichte der Ahndung, der einzigen Beleuchtung, die es vielleicht verträgt. - Dieß zur Einleitung für eine kleine Probe, die wir im Originale geben, weil die kleineren Gedichte nur wenigen zur Hand seyn werden, und in einer Uebersetzung, weil wir durch etwas Schlechtes gern etwas Besseres veranlassen möchten.


Good night, good rest. Ah! neither be my share:
She bade good night, that kept my rest away;
And daff’d me to a cabin hang’d with care,
To descant on the doubts of my decay.

5
     Farewel, quoth she, and come again to - morrow;

     Fare well I could not, for I supp’d with sorrow.

Yet at my parting sweetly did she smile,
In scorn or friendship, nill I construe whether.
May be, she joy’d to jest at my exile,

10
May be, again to make me wander thither. -

     Wander - a word for shadows like myself,
     As take the pain, but cannot pluck the pelf.


„Gut Nacht! Schlaf wohl!“ - Ach, fern von mir ist dieß;
     Sie bot mir gute Nacht, die mir die Ruh genommen,
Und mich hinab in eine Gruft verstieß,
     Zu brüten über mir, von Angst und Noth beklommen.

5
„Leb wohl, sprach sie, komm morgen wieder!“ - Ach, ihr wißt,

Wohl leben kann der nicht, des Gast der Kummer ist.

Doch, als ich schied, sah sie mir lächelnd nach.
     War’s Hohn? war’s Freundschaft? Wie soll ich den Blick verstehen?
Vielleicht geschah’s, zu spotten meiner Schmach;

10
     Vielleicht soll ich um sie noch länger irre gehen.

Ja, Irre gehn - dieß Wort steht einem Schatten an,
Der, stets umnsonst bemüht, den Schatz nie heben kann.

B.