Silliman’s Kohlenbatterie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Silliman’s Kohlenbatterie
Untertitel:
aus: Annalen der Physik und Chemie, Band LX
Herausgeber: Johann Christian Poggendorff
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1843
Verlag: Johann Ambrosius Barth
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons, Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[405]
X. Silliman’s Kohlenbatterie.


Hr. Benjamin Silliman, seit einigen Jahren Mitherausgeber vom American Journal of Science and Arts seines Vaters, ist durch einen Brief von Berzelius an den Dr. Hare, worin der Batterien mit Kohlen als gleichzeitigen Stellvertretern des Platins und der porösen Thoncylinder (also von Bunsen’schen Batterien anfänglicher Einrichtung) erwähnt wird, veranlasst worden, ähnliche Batterien aus Graphit zu construiren, was freilich ohne sein Wissen schon Hr. J. F. Cooper zu London im J. 1839 gethan hat[1]. Wiewohl nun in der Anwendung dieser Substanz zu Grove’schen Säulen nichts Neues liegt, so möchte doch die Form, welche Hr. S. seiner Batterie giebt, und im obigen Journale, Vol. XLIV (1843) p. 180, beschreibt, noch kennenswerth seyn.

Hr. S. wandte anfänglich natürlichen Graphit an, verwarf denselben aber später wiederum, nicht weil er nicht in hinlänglicher Menge zu erhalten sey, sondern [406] weil die selbst äußerlich gesund aussehenden Stücke immer Sprünge und Klüfte im Innern besitzen, und deshalb beim Zersägen von einander fallen. Er nahm daher seine Zuflucht zu sogenanntem künstlichen Graphit, der Tiegelmasse (der Mischung von Graphit und feuerfestem Thon), die er in Formen von geeigneter Gestalt fest einstampfen und brennen ließ. Solide Cylinder aus dieser Masse bilden das negative Element seiner Batterie, deren Einrichtung aus dem in Taf. II Fig. 4 dargestellten Durchschnitt einer Zelle verständlich seyn wird.

Annalen der Physik 1843 b 22.jpg

Taf. II Fig. 4

ist ein Cylinder von Steingut, 4 Zoll im Durchmesser und 3 Zoll hoch; in diesem steht zunächst der hohle Zinkcylinder , dann das poröse Thongefäß , und endlich der solide Graphitcylinder . Wie gewöhnlich ist der Raum zwischen und mit Schwefelsäure, und der zwischen und mit Salpetersäure gefüllt. Die Zinkcylinder sind an zwei gegenüberliegenden Stellen mit Ansätzen oder Ohren versehen, und reichen mit diesen in die Oeffnungen eines Holzrahmens , worin sie durch kleine Keile fest geklemmt werden. Mit demselben Rahmen ist auch jeder solide Graphitcylinder mittelst einer Messingschraube fest verbunden. Das eine Ohr eines jeden Zinkcylinders verlängert sich horizontal in einem breiten Streifen , welcher auf die Messingschraube des Graphitcylinders in der nächsten Zelle drückt, und somit die Zellen unter einander in Verbindung setzt.

Zwölf Zellen in drei Reihen gestellt, stehen in einem Holzkasten, und unter ihnen liegt, getragen von den Zinkcylindern, der Holzrahmen , der dazu die Gestalt eines Rechtecks mit einem Querriegel in der Mitte besitzt. Als einen Vorzug dieser Einrichtung gegen die Grove’sche hebt Hr. S. hervor, daß sie gestattet, sämmtliche Kohlen- und Zinkcylinder aus den Flüssigkeiten heben zu können[2] [407] Hr. S. hat eine Batterie von acht solcher Kasten (also 96 Zellen) coustruirt, die sich auf verschiedene Weise combiniren lassen. Mit allen Kasten, hinter einander gereiht, gab diese Batterie neun Kubikzoll Knallgas in der Minute.


  1. Phil. Mag. Ser. III Vol. XVI p. 35. (Auch Ann. Bd. XXXXIX S. 589.)
  2. Dasselbe läßt sich auch bei der Grove’schen Construction erreichen, [407] wenn man die Zinkplatten nicht unter, sondern neben die Thonkasten hinweggehen läßt. Uebrigens ist es bei Batterien mit zwei Flüssigkeiten, wenn man sie möglichst schonen will, nicht genug, nach gemachtem Gebrauch, die starren Elemente herauszuheben, sondern man muß auch die Thongefäße mit der Salpetersäure aus der Schwefelsäure nehmen.
    P.