Sponsel Grünes Gewölbe Band 1/Tafel 44

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Tafel 43 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 1 (1925) von Jean Louis Sponsel
Tafel 44
Tafel 45
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TAFEL 44
1. NAUTILUSPOKAL
VON EINEM BAUERN GETRAGEN
VON ELIAS GEYER
*
2. NAUTILUSPOKAL VON EINEM
TRITON GETRAGEN. NÜRNBERGER ARBEIT
WOHL VON BARTL JAMNITZER
MEISTER 1575
*
3. SEESCHNECKENPOKAL
VON INDIANER GETRAGEN
VON TOBIAS WOLFF IN NÜRNBERG
MEISTER 1604
[Ξ]
Sponsel Grünes Gewölbe Band 1 Tafel 44.jpg

[162] Links: Nautiluspokal auf hohem silbervergoldeten, gravierten und mit Eidechsen und Fröschen besetzten Sockel, von einem bemalten Bauern getragen. Die gravierte Fassung des Randes hat einen Deckel, auf dem Delphine in Meereswellen getrieben sind, und als dessen Spitze ein Neptun auf einer Schnecke sitzt. Auf dem Sockel hinter dem Bauern die Beschaumarke von Leipzig und die Meistermarke von Elias Geyer, R 1953. (H. 37 – III. 160.)


Mitte: Nautiluspokal von einem Triton getragen in silbervergoldeter Fassung auf rundem mit Delphinen und Ornamenten getriebenem Sockel, der Lippenrand mit geätzten Ornamenten geschmückt, das Innere der Muschel geöffnet und als geöffneter Rachen eines Ungeheuers ausgestaltet. Die vordere Schiene mit der weiblichen Herme stimmt überein mit der des von einem Amor getragenen Nautiluspokals III. 198 auf Tafel 46. Der Triton stimmt überein mit den Trägern der Schiffe III. 191 und III. 194 auf Tafel 52. Auf dem mit einem geätzten Rand versehenen Deckel sitzt auf einer Schnecke ein Neptun, die Schnecke stimmt überein mit der des Pokals III. 160. Auf dem Rand des Sockels die Beschaumarke von Nürnberg und eine Blume in herzförmigem Schild ähnlich R 3093 und dort auf Bartl Jamnitzer, Meister 1575, gest. 1596, gedeutet. (H. 35,5 – III. 262.)


Rechts: Perlmuttermuschel von einem knieenden Neger getragen auf einem sechseckigen Sockel in silbervergoldeter Arbeit. Auf dem Sockel aus oxydiertem Silber Muschel, Schlange, Eidechse. Der untere Rand des Sockels mit Köpfen und Fruchtstücken getrieben. Der Rand der Fassung ist mit Tritonen graviert, die ornamentierten Schienen der Fassung haben Hermen mit ausgebreiteten Armen nach dem gleichen Modell wie bei dem Pelikan von Hillebrand (Tafel 35). Auf dem unteren Sockelrand und am Rand der Muschel die Beschaumarke von Nürnberg und die Meistermarke TW = Tobias Wolff, R 3187. (H. 32,5 – III. 148.)