Sponsel Grünes Gewölbe Band 4/Tafel 31

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Tafel 30 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 4 (1932) von Jean Louis Sponsel
Tafel 31
Tafel 32
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TAFEL 31
ELFENBEINSCHNITZEREIEN
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Sponsel Grünes Gewölbe Band 4 Tafel 31.jpg

[102] a) Scaramuz. In Tanzbewegung auf dem rechten Bein stehend, die Linke am Kinn, in der Rechten eine silberne Kanne, eine Pritsche an der Seite. Zum Teil braun, Augenbrauen, Schnurrbart, Pupillen schwarz gefärbt, die Knöpfe aus Silber. Hölzerner Sockel. VI. 236. – 1733 Pretiosensaal Nr. 433 „Mütze, Mantel und Strümpfe violet gefärbt. Von Bildhauer Lücken.“


b) Alte Bettlerin. Die Linke auf dem Krückstock, in der Rechten einen (abgebrochenen) Stab, das warzenbesäte Gesicht weinerlich verzogen; Jacke, Rock und Stock von Holz. Sockel mit Schildkrot- und Perlmutterbelag. VI. 221.


c) Jäger. Die Linke in die Hüfte gestemmt, stößt er in das Waldhorn, das die Rechte hält; der Hund sitzt daneben. – Stiefel, Hut, Riemen, das Fell des Hundes leicht getönt. – II. 309.

Art des Chr. L. Lücke; der Tracht nach um 1720–30.


d) Alter Bettler. Die Krücke unter der linken Achsel, den Hut in der Rechten, das Knie des linken Beines, dem der Fuß fehlt, in einem Stelzfuß. Am Gürtel ein gefüllter Bettelsack. Die Kleidungsstücke von Holz, die Gürtelschnalle Perlmutter. – VI. 219.


e) Tanzende Bäuerin (Gegenstück). Schaut, den Kopf gesenkt, in den Spiegel, den sie in der erhobenen Rechten hält, während die Linke mit eingeklemmtem Daumen, die „fica“ macht. Hut, Mieder und Schuhe getönt, der ovale Handspiegel (früher eine Flasche) aus Horn. – Unter den Kleidern nackt mit detaillierten Genitalibus.

VI. 239. 1733 Pretiosensaal Nr.432 „Von Bildhauer Lücken verfertiget.“ Am 23. April 1751 aus der Kunstkammer ans Grüne Gewölbe gegeben.

Die Arbeiten gehören in die Gruppe der realistisch-grotesken Typen, die durch die Reliefs auf Tafel 9 (Scaramuz und Poltrone) vertreten sind; Scherer (Elfenbeinplastik der Barockzeit, S. 91) weist sie, zufolge der Bezeichnung C. A. Lück auf dem Schweriner „Harlekin“, dem Bruder Christoph Ludwigs zu. In der Tat sind die beiden Dresdner Figuren den bekannten und bezeichneten Dresdner Arbeiten des Meisters wenig ähnlich, womit die Inventarnotiz von 1733 ja nicht im Widerspruch steht.