Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 16

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Autor: Theodor Menke, Karl Spruner von Merz u. A.
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Titel: Iberische Halbinsel zur Zeit der Herrschaft der Almoraviden und der Almohaden, 1086 (1094) bis 1257
Untertitel:
aus: Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit
Herausgeber:
Auflage: 3. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Justus Perthes
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Erscheinungsort: Gotha
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Iberische Halbinsel: No. III. Iberische Halbinsel zur Zeit der Herrschaft der Almoraviden und der Almohaden 1086 (1094) bis 1257. Von K. v. Spruner.

Alle muhammedanischen Gebiete der iberischen Halbinsel unterlagen dem aus Africa herübergekommenen Geschlechte der Almoraviden oder Morabethen, welche jedoch wieder um die Mitte des XIV. Jahrhunderts nach kaum 50jähriger Herrschaft von den gleichfalls aus Africa kommenden Almuahedûn oder Almohaden verdrängt wurden.

Die Reiche Castilien, Leon und Galicien wurden 1073 unter Alfons VI. wieder vereinigt. Als Alfons VI. 1109 ohne Söhne starb, fiel Portugal erblich an seinen Schwiegersohn Heinrich von Burgund und dessen Linie, Galicien, Leon und Castilien aber an Alfons I. von Aragon, den Gemal seiner Erbtochter Urraca. Unfrieden mit der Gattin führte aber innere Kriege herbei, welche damit endeten, dass Alfons VII., Sohn Urraca’s aus ihrer ersten Ehe mit dem Grafen Raimund von Burgund, in den drei Reichen Galicien, Leon und Castilien als Herr anerkannt wurde. Er liess sich 1135 sogar zum Kaiser von Spanien krönen und hatte Nagara, Saragossa, Baetia, Almeria, Barcelona und Navarra unter seiner Oberhoheit[1].

Nach Alphons’ VII. Bestimmungen (Roderic. Tolet. 7, 7) sollten seine Söhne Sancho III. und Ferdinand II. sich in sein Reich theilen. Der Erstere sollte Biscaya und Castilien erhalten „usque ad S. Facundum (Sahagun) et Morum Reginae (Moral del Reyna) et Aggerem fumorum et Oroniam Conellas, Medinam (del Campo od. Pausada) et Arevalum (Arevalo) et totum territorium Abulense (Abila) et inde sicut dividit Calciata, quae dicitur Deguinea, et in Asturiis, sicut dividit Ripa Ove (Ribadeo). Residuum versus mare et Portugaliam (also Leon und Galicien) dedit minori filio Fernando.“ Als der Kaiser aber 1157 starb, bemächtigte sich Ferdinand auch Asturiens bis zum Flusse Deva, und mit dieser Modification blieb die alphonsische Grenzlinie zwischen Leon und Castilien bis zur Vereinigung beider Reiche 1230[2].

Bei den Fortschritten der Eroberungen im Flussgebiete des Tajo, mit welchen auch der Name Extremadura weiter nach Süden fortrückte, kam es zu erneuten Streitigkeiten, weil Leon das Recht zu diesen Eroberungen im Reiche Badajoz nicht mit Castilien theilen wollte; letzteres aber erwarb dennoch die östliche Hälfte Extremadura’s für sich und stiftete darin 1190 das Bisthum zu Plasencia. Die kirchliche Grenze stimmt hier genau mit der politischen, indem die Bisthümer Coria, Badajoz und der in Extremadura liegende Theil der Kirchenprovinz von Leon, worin Montanches, Llerena und Merida, auch die Grenzen von Leon bezeichnen, wogegen das Bisthum Plasencia mit Medellin und Truxillo zu Castilien gehörte.

Portugal rang seine, bis auf den heutigen Tag behaupteten, Grenzen gleichfalls in dieser Periode den Mauren ab.

Navarra blieb mit Aragon bis 1134 vereinigt, in welchem Jahre nach dem Tode Alfons’ I., des Batalladors, [5] Garcias IV., ein Abkömmling des alten königlichen Hauses, zum Regenten gewählt wurde. Eine Gelegenheit zur Erweiterung seiner Grenzen bot sich nirgends für das kleine, von mächtigen Nachbarn umgebene Reich, von dem vielmehr 1161 Castilien die Provinz Rioja oder Naxera und 1200 Vizcaya mit Guipuzcoa und Alava abriss. Geringen Ersatz bot, dass Sancho VII., der Weise, im Anfange des XIII. Jahrhunderts den Engländern das bis dahin zur Gascogne gehörige Nieder-Navarra (die Merindad de ultra puertos) entriss. (Longuerue, I, pag. 212.)

Aragon[3] fiel 1137 an die Grafen von Barcelona, nachdem diese 1067 die Oberherrlichkeit über Urgel, 1111 die Grafschaft Besalu und 1117 Cerdagne mit Conflans erworben hatten, wozu noch 1153 die völlige Vertreibung der Mauren aus dem Gebirge Prades und dessen Hauptort Siurana kam. Teruel ward 1171 gegründet, Roussillon 1172 ererbt und um diese Zeit (Gesta Com. Barcinon. in de Marca’s Marca Hisp. p. 550) auch die Grafschaft Pallar erworben.

Ueber die aragonesischen Besitzungen im südlichen Frankreich und im Königreiche Arelat vgl. die Erläuterungen zur Section Frankreich. Aragon erwarb im Jahre 1204 Montpellier nebst Omelas durch Heirat und in den Jahren 1211–1213 die Grafschaft Toulouse, Cahors oder Quercy, das Herzogthum Narbonne und die Grafschaft St. Gilles, sowie die Grafschaft Foix, die deren Gebieter dem Könige Pedro I. zu Lehen auftrugen. Die Provence fiel 1245 an das Haus Anjou, und im Jahre 1258 vereinbarte sich Jayme I. mit Ludwig IX. von Frankreich dahin, dass dieser allen von den Zeiten der spanischen Mark her über die catalonischen Grafschaften ihm zustehenden Lehensrechten, jener allen Rechten auf seine in Frankreich liegenden Gebiete mit Ausnahme von Carlat und Montpellier entsagte.


  1. Urk. von 1152, 1154, 1155. Esp. sagr. XXVII, 869. 870. XVI, 484. 487.
  2. Mit dieser Grenze stimmt, wie Herr v. Spruner zu den früheren Auflagen bemerkt, im Allgemeinen die kirchliche Grenze zwischen den Diöcesen Palencia und Leon. Bei früheren Theilungen hatte stets die Pisorica die Grenze gebildet. Irrig ist offenbar, wenn von Spruner die wirklich entstehende Grenze bereits in die Bestimmungen Kaiser Alphons’ hindeutete, indem er Ripa Ove durch ripa Deve erklärte. Ove = Euve Urk. von 1075. Esp. sagr. XXXVIII, 311. Urk. v. 926. ib. XXXVII, 350.
  3. Zu Aragon gehörte auch Aran. Urk. von 1184. Esp. sagr. XLVI, 279.