Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 66

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Autor: Theodor Menke, Karl Spruner von Merz u. A.
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Titel: Skandinavien seit der Calmarischen Union 1397
Untertitel:
aus: Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit
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Auflage: 3. Auflage
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Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Justus Perthes
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Erscheinungsort: Gotha
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Skandinavien: No. IV. Skandinavien seit der Calmarischen Union. – Nebenkarten: 1. Skandinavien 1397–1520. – 2. Skandinavien 1520–1648. – 3. Skandinavien nach dem Westphälischen Frieden 1648. – 4. Skandinavien nach dem Roeskilder Frieden 1658. – 5. Skandinavien 1721–1808. – 6. Skandinavien 1815–1864. – 7. Die dänischen Inseln. – 8. Stockholm um das Jahr 1500. – 9. Umgegend von Stockholm. Von Th. Menke.

Norwegen blieb bis 1814 mit Dänemark vereinigt.

Schweden sagte sich unter Gustav Wasa, der sich gegen die Tyrannei Christian’s II. von Dänemark erhob, [12] 1521 bis 1523, von der Union los und gelangte unter seinem Geschlechte und dem ihm verwandten zweibrückischen, welches 1654 folgte, zu seiner grössten Macht; es war eine Zeit lang einer der gebietenden Staaten Europa’s.

Esthland, 1347 von Dänemark dem Deutschen Orden verkauft, kam von diesem 1561 an Schweden. Seinen grössten Umfang aber erhielt Schweden unter der glanzvollen Regierung des grossen Gustav, seiner Tochter Christine und seines Schwestersohnes Karl Gustav von Zweibrücken.

Gustav Adolf erwarb im Frieden von Stolbowa 1617 Karelien und Ingermannland von Moskau und 1629 im Frieden von Altmark von Polen vorläufig Livland bis zur Ewest, welche letztere Erwerbung im Frieden von Oliva 1660 definitiv anerkannt wurde.

1645 musste Dänemark im Frieden zu Brömsebro Jämteland, Herjedalen, Gotland (das von 1398 bis 1403 Besitzthum des Deutschen Ordens gewesen) und Oesel mit Dagö (welche es 1560 erworben hatte) an Schweden abtreten.

Im Frieden von Münster endlich, 1648, erhielt Schweden in Deutschland das Herzogthum Bremen-Verden, Wismar mit Poel und Vorpommern mit Rügen, im Frieden von Roeskilde 1658 aber die uralt dänischen Besitzungen Schonen, Blekinge, Halland und Bornholm, sowie von Norwegen Bohus-Län und Throndhjems-Län.

Schnell aber sank Schwedens Blüthe. Schon 1660 kam Throndhjems-Län wieder an Norwegen. Die Friedensschlüsse, welche von 1719 bis 1721 den grossen nordischen Krieg beendigten, lieferten Bremen und Verden an Hannover, Pommern bis an die Peene an Preussen, Livland, Esthland, Ingermannland, einen Theil von Karelien und Wiborg-Län an Russland, welches 1743 dazu noch die Festungen Frederikshamn und Wilmanstrand nebst dem östlich von der Kymmene liegenden Theile des Kirchspiels Pyttis erwarb. 1803 wurde Wismar an Mecklenburg verkauft, der Krieg von 1809 zwischen Russland und Schweden riss ganz Finnland von letzterm ab. Für Schwedisch-Pommern und Rügen, welche 1814 an Preussen fielen, bot jedoch das Königreich Norwegen, das mit Schweden vereinigt wurde, Ersatz.

In Dänemark sass seit 1448 das Geschlecht der Herzoge von Holstein-Oldenburg auf dem Throne; vielfache vorübergehende Theilungen, welche auszuführen der Raum nicht erlaubt, Fehden, vorzüglich mit den freiheitliebenden Ditmarsen, füllen die innere Geschichte des Staates. Island hatte sich 1261 völlig unterworfen, wogegen fünf Jahre später die Hebriden (d. i. das Königreich Man) und 1468 auch die Orkneys- und Shetlands- Inseln an Schottland abgetreten wurden. Das Herzogthum Lauenburg endlich erwarb Dänemark 1814 für Norwegen, verlor es aber nebst Schleswig-Holstein im Jahre 1864 an Preussen.

Die genauere Darstellung der mit der Krone Dänemark in Personalunion verbundenen deutschen Gebiete und ihrer Theilungen giebt die Section „Deutschland“.