Sylvesternacht (Lavant)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: Rudolf Lavant
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Sylvesternacht
Untertitel:
aus: Der Wahre Jacob
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: J. H. W. Dietz
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scan
Kurzbeschreibung:
Der Wahre Jacob, Nr. 64, Seite 512
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Sylvesternacht (Lavant).jpg
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]

[512]

Sylvesternacht

Alte, gute Bräuche schwinden,
Neuer Zeiten Spiel und Raub,
Wie dahin in Herbsteswinden
Weht das dürre Laub.

5
Du nur, lust’ger Freund Sylvester,

Bist zu sterben nicht so schnell,
Alter, zäher, wetterfester,
Rüstiger Gesell!

Wie sie vor zweihundert Jahren

10
Fleißig bechernd dich durchwacht,

Hält man heute noch in Schaaren
Zechend „freie Nacht“,
Liest aus krausen Bleigestalten
Seiner Mädchenzukunft Loos,

15
Zaubert durch der Träume Walten

Gold in seinen Schooß.

Kleine ros’ge Engel wohnen
In der heißen, würz’gen Flut,
Doch auch tückische Dämonen

20
Prüfen deinen Muth,

Heute wie zur Zeit der Ahnen,
Grau und dämmerweit ―
Und die Glockenschläge mahnen
An die Flucht der Zeit.
                                                  R.L.