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TBHB 1947-12-25

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Hans Brass
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Titel: TBHB 1947-12-25
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Entstehungsdatum: 1947
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Originaltitel: Donnerstag, 25. Dezember 1947.
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Quelle: Commons
Kurzbeschreibung: Ungekürzte Tagebuchaufzeichnungen vom 25. Dezember 1947
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Einführung

Der Artikel TBHB 1947-12-25 zeigt die ungekürzten Tagebuchaufzeichnungen von Hans Brass vom 25. Dezember 1947. Diese Aufzeichnungen erstrecken sich über zwei Seiten.

Tagebuchauszüge

[1]
Donnerstag, 25. Dezember 1947.     

[1]      Gestern schmückte ich morgens den Baum. Trude half dabei. Nachmittags 4 Uhr waren den Angestellten zum Kaffee in der Diehle, Frl. v. Tigerström, Frau Handschuch u. Frau Hanschak, Trude u. Anni. Ich hielt eine kleine Ansprache. Um 7 Uhr aßen wir Abendbrot, entzündeten dann den Baum. Nur Frl. v. T. war bei uns. Martha hatte eine gute Kollektion Oelfarben aus Bln. mitgebracht, auch einige Pinsel, von denen ich leider nur einen gebrauchen kann, da die anderen Kuhhaarpinsel sind, mit denen ich nichts anfangen kann. Auch vier Zigarren u. Tabak gab es. Fritz hatte Bücher [2] und interessante Zeitschriften. Ich las die Weihnachtsgeschichte. – Wir waren alle müde, besonders Martha u. Fritz, die noch sehr angestrengt im Geschäft tätig gewesen sind. Im Rundfunk wurde gesagt, daß um 12 Uhr eine Mitternachtsmesse aus Lübeck zu hören sein würde u. ich blieb allein so lange auf, aber es ergab sich dann, daß es sich um eine ganz auf Musik u. Gesang abgestellte Veranstaltung einer evangelischen Kirche handelte, die ich abschaltete.

     Heute stand ich im 7 Uhr auf, um 8 Uhr kamen schon die ersten Leute zur Beichte, P. Conrad kam um 1/2 9 Uhr. Die Familie Storm war vollzählig zur Beichte erschienen u. kommunizierte später. Der Gottesdienst war sehr besucht, ich glaube, daß wohl alle Katholiken da waren. P. Conrad predigt gut, aber dennoch bekommt man keine Beziehung zu ihm, er ist ein sehr gehemmter Mensch. – Nachmittags schliefen wir alle. Abends am Rundfunk eine sehr hübsche deutsch=englische Weihnachtssendung. –

     Dieses Weihnachtsfest steht ganz unter dem schweren Druck der politischen Spannungen u. dem Scheitern der Londoner Konferenz. Dennoch ist dieses Fest nicht ohne Hoffnung. Man hat das Gefühl, daß seit London die Stagnation vorüber ist. London war der Höhepunkt. Es muß nun zu einer Wendung kommen u. wenn das möglicherweise auch wieder Krieg bedeuten kann, so ist doch wahrscheinlich, daß in einem Jahre die Verhältnisse ganz anders sein werden u. daß dann wieder Ausblicke in eine bessere Zukunft gegeben sein werden.

     Dr. Tetzlaff sendet einen Gruß aus Badenweiler u. einige Beiträge aus seiner Feder im Freiburger Kirchenblatt. – William Wauer sendet einen Jahresbericht über seine Tätigkeit als Leiter der Gruppe „Die Abstrakten“. – Auch Schw. Gertrud Dobczynski sendet einen Gruß. –

     Alles in allem war es ein stilles Fest, das unter dem Druck der Verhältnisse stand, aber nicht ohne Hoffnung. Besonders bei den Flüchtlingsfamilien kam das zum Ausdruck. Die Sudetendeutschen vor allem haben mit ihrem Fleiß u. ihrer Geschicklichkeit ihre materielle Situation im Verhältnis zum Vorjahre sehr verbessert. Es hungert u. friert in diesem Jahre keiner mehr u. das ist sehr tröstlich.