Zum Inhalt springen

TBHB 1948-09-11

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Hans Brass
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: TBHB 1948-09-11
Untertitel:
aus: Vorlage:none
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: 1948
Erscheinungsdatum: Vorlage:none
Verlag: Vorlage:none
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort:
Übersetzer:
Originaltitel: Sonnabend, 11. Sept. 1948.
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung: Ungekürzte Tagebuchaufzeichnungen vom 11. September 1948
[[d:{{{WIKIDATA}}}|Datenobjekt bei Wikidata]]
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Bearbeitungsstand
unvollständig
Dieser Text ist noch nicht vollständig. Hilf mit, ihn aus der angegebenen Quelle zu vervollständigen! Allgemeine Hinweise dazu findest du in der Einführung.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


Einführung

[Bearbeiten]

Der Artikel TBHB 1948-09-11 zeigt die ungekürzten Tagebuchaufzeichnungen von Hans Brass vom 11. September 1948. Diese Aufzeichnungen erstrecken sich über zwei Seiten.

Tagebuchauszüge

[Bearbeiten]
[1]
Sonnabend, 11. Sept. 1948.     

[1]      Gestern Abend ging ich ins Bett mit dem Gedanken, gelegentlich wieder mal zur hl. Beicht zu gehen, was ich noch nicht getan habe, seit ich in Birkenwerder bin, da die Beichtzeit am Sonnabend ungünstig für mich liegt u. der Beichtstuhl dann sehr stark belagert ist. Es ist überaus lästig, da lange anstehen zu müssen. Außerhalb dieser Zeit ist dann u. wann wohl Gelegenheit zur Beichte, aber fast stets während der Messe u. ich mag die Messe damit nicht unterbrechen. So überlegte ich mir gestern Abend, was ich beichten könnte, wenn sich doch einmal die Gelegenheit bieten sollte u. war auf diese Weise auf alle Fälle vorbereitet. Ich nahm mir sogar vor, notfalls heute Abend anzustehen. Heute Morgen, als ich in die Kapelle kam, war Pfr. Raschke, der schlesische Flüchtlingspfarrer, grade mit seiner Frühmesse fertig. Er liest diese nämlich schon um 1/2 7 Uhr. Sonst geht er danach stets sofort nachhause, aber heute fiel es ihm ein, erst in den Beichtstuhl zu gehen: Es war das ganz überraschend, grade so, als hätte er von Gott heute den Auftrag erhalten, meine Beichte zu hören. Ich war mit der Beichte fertig, noch ehe Prof. van Poppel an den Altar trat. –

     Vormittags machte ich dann die gestern begonnene Federzeichnung fertig. Das Motiv gibt viel mehr her, als ich gedacht hatte u. wird ein gutes Bild abgeben.

     Mittags 1 Uhr sollte hier vor dem Rathaus eine Demonstration stattfinden. Es hat nämlich in der Zeitung gestanden, daß die Lebensmittel=Rationen erhöht werden sollen, was ja auch wirklich die höchste Zeit ist, obwohl ich mir davon nicht viel verspreche. Nun ist, ich weiß nicht wo –, [2] ein neuer Verteilungsplan erschienen, in dem alle Orte berücksichtigt sind, nur Birkenwerder nicht. Deshalb sollte die Demonstration stattfinden, die dann aber abgesagt wurde, wahrscheinlich, weil die Behörde vorher die Wünsche erfüllt hat. Jedenfalls hat es heute ein Kleckschen Butter u. ein Kleckschen Käse gegeben u. für jeden ein Brot extra.

     Aus Güstrow erhielt ich ein Telegramm, daß die Bilder eingetroffen sind, u. gleichzeitig einen Brief, in dem ich nochmals eingeladen werde, hinzukommen. Ich werde wohl fahren müssen.

     An Herrn Tolzien, Potsdam, Karte geschrieben u. für seinen Brief gedankt. Ebenfalls an „Argus“ Karte geschrieben u. auf die Güstrower Ausstellung aufmerksam gemacht.

     Die Geschwulst ist nicht schlimmer, aber auch nicht besser geworden. Beschwerden habe ich bisher davon nicht.