Topographia Alsatiae: Maßmünster

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Topographia Germaniae
Maßmünster (heute: Masevaux)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643/44, S. 33.
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Maßmünster.

Im Sundgäu / am Fluß Tolder / Alruna, oder Olruna, so mit doppelten Mauren und Gräben ümbgeben ist. Das Geschlecht deren von Maßmünster im Elsaß / sol Anno 1573. abgestorben seyn. Es ist allhie ein stattliches Frauen-Kloster / so der Hertzog Maso in Alemannien / ümbs Jahr Christi 730. ungefähr / zu Ehren deß Heiligen Leodegarii, auß dessen Geschlecht er war / erbauet hat / dieweil sein einiger Sohn / von acht Jahren alt / in besagtem Fluß Tolder gebadet / und ertruncken ist / deme man diese Grabschrifft gemacht hat: Hic jacet sepultus Filius Regis Masonis, Fundatoris hujus Monasterii. Es seynd in solchem schönen und reichen Kloster nur Gräffinnen und Frey-Frauen.

Von der Gerechtigkeit / so das Adelich Geschlecht von Maßmünster / so nun abgestorben / vor Jahren / in der Stadt Einsheim / oder Ensißheim / gehabt / Vide Wehnerum in pract. observation. voc. Hofflehen / p. m. 291. auß Zasio: Item von dem gedachten Weyland sehr reichen Kloster deß Münsteri Cosmographiam, in Beschreibung der Graffschafft Pfirdt / allda weitläuffig davon gehandelt wird. Herr Niclaß Frey Herr von Polweil / und Weilerthal / Land Vogt im Undern-Elsaß / der An. 1588. diese Welt gesegnet / hat sich einen Herrn zu Maß-Münster / und Blumberg geschrieben. Hernach hatten die Herren Fugger Maß-Münster / vom Hauß Oesterreich / Pfands-Weise innen / sampt dem Sebenthal. Der Zeit sollen solche Stadt / und Herrschafft / die Herren Ratschii, vor ein Geschenck vom König in Franckreich / als dem jetzt das Sundgäu / vermög Frieden-Schlusses / gehörig / besitzen; wie mir Anno 50. im Junio, auß dem besagten Sundgäu / geschrieben worden ist. Es hatte / vor diesem / allhie ein grosses Gewerb mit weissem Faden / so weit hin und wider geführet worden. Kemnitzius schreibt von diesem Ort also: Anno 1633. befand sich der Graff von Montecuculi umb Luders / und nahm das kleine zum Stifft Murbach gehörige Städtlein Maß-Münster ein / und ließ solchen Ort Fortificiren: Als Ihn aber die Schwedischen bekamen / so wurden die Stadtmauren rasiret, und hernach Franckreich überlassen. Es irret sich aber Kemnitz / wegen Murbach; dann Maß-Münster zum selbigen Stifft nicht / sondern zur Graffschafft Pfirdt gehörig / vor diesem gewesen