Topographia Alsatiae: Oberkirch

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Topographia Germaniae
Oberkirch
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643/44, S. 40.
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Oberkirch /

Dieses Städtlein und Schloß / ligt drey Meil von Straßburg / gegen dem Schwartzwald / und Freudenstatt / auff Germanier Boden / hat Anno 1428. denen von Straßburg gehöret / darvor der Bischoff / als der Straßburger Feind / ein Bollwerck machen lassen / vermeinend das außzuhungern / aber die im Städtlein wehreten sich redlich / wol ein halbes Jahr / bis sie die von Straßburg Anno 1429. entsetzten. Folgender Zeit aber ist dieser Ort sampt dem Ampt / wider Bischofflich Straßburgisch gewesen / biß Anno 1592. in dem Straßburgischen Krieg / solche Gegend / und darunder auch Noppenau / vom Marg-Graff Johann Georgen von Brandenburg / erwehlten Bischoff zu Straßburg / dem Hertzog von Würterberg versetzt worden. Und obwoln er Marg-Graff hat weichen müssen / so hat doch der Cardinal von Lothringen / als Bischoff zu Straßburg / sampt dem Dom-Capitel / solchen Versatz gelten lassen; aber die Unterthanen seyn mehrertheils bey ihrer Religion verblieben; wie dann in der Kirchen allhie nichts geändert worden ist: Aber im Schloß / oder Ampt-Hauß / hatte der Ober-Amptmann seinen Evangelischen Prediger. Nach der Nördlinger in Anno 1634. gehaltenen Schlacht / als das Hertzogthumb Würtenberg verlohren gangen / ist auch dieses Oberkirch / sampt Oppenau / oder Noppenau / und andern darzu gehörigen Orten / wieder an das Stifft Straßburg gelangt. Auff einem Stadt-Thors Thurn wird / under anderm folgendes / dem Bischoff Johanni IV. von Straßburg zu Ehren gemacht / mit groben Buchstaben gelesen: Quod municipia eorum, unâ cum adherente tractu, nexibus alienis planè libera fecerit, suoque nitori restituta excoluerit, et adornârit, quodque Majorum immunitates novis additis Juribus confimârit, ac conservârit, insignibus ejusdem domesticis publicisque; Respublica Ypergraecia, cum socia communitate Nopinaviorum, humilimè DD. Anno salutiferi partus 1586. Es hat diese Gegend / sampt den Städtlein Oberkirch / und Noppenau / in diesem Teutschen Krieg viel außgestanden; und ist sonderlich von den Frantzosen / die der Baron d’Oissonville von Brysach herunder geführet / Anno 1641. sehr übel allhie zu Oberkirch gehauset / und viel armer Leut gemacht worden; deren zugeschweigen / so geblieben seyn. Straßburger Chronick / P. Hentznerus in Itinerario Germaniae, Galliae, Angliae, Italiae, pagin. 15. et Relationes. Und sagt Munsterus, daß das Kloster Allheiligen auffm Schwartzwald / so Hertog Berchtold der Fünffte von Zähringen helffen bauen / nicht fern von hinnen lige. Anno 43. kam dieser Ort abermahls in Frantzösisch- und Weymarischen Gewalt: Aber Herr Johann de Werth bemächtigte sich noch in diesem Jahr / den 29. August-Monats / desselben wieder.