Topographia Austriacarum: Freystatt

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Freystatt (heute: Freistadt)
<<<Vorheriger
Enß
Nächster>>>
Gemünd
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1679, S. 8.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Freistadt in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[T6]
Freystatt (Merian).jpg
[8]
Freystatt.

Diß ist eine von den sieben Lands-Fürstlichen Stätten in Ober-Oesterreich / so zimlich wol erbauet / aber nicht vest ist; daher die Ober-Enserische Bauren / im nächsten Auffstand / sie bald erobert / auch bald wieder verlohren haben. Sie ligt in einem Grunde auff der Pragerischen Landstrassen / und 4. Meilen von Lintz; hat feine Häuser / und machet gut Bier / so auch in die Ferne geführt wird. Sonderlich aber machet diesen Ort berühmt der stattliche Marckt / so jährlich umb S. Pauli Bekehrung 14. Tag lang allhie gehalten / und viel Fastenspeiß dahin gebracht wird. Die Gegend herumb heisset man das Machland / welches vor Zeiten eigne Grafen / von Burckhausen / und Machland genant / gehabt / darein auch Gall Neukirchen / Helmesed / Keffermarckt / Matthausen / Greyn / Bergen / Künigwisen / Bregarten / Weytra / Wyndhag / Klam / Klingenberg / Narn / Lustenberg / etc. gerechnet werden. Nach Abgang dieser Grafen / ist die Graffschafft Machland / ums Jahr 1186. auß Geschenck deß Reichs / an die Fürsten in Oesterreich kommen / welche den Grafen von Hardegg sich davon zu schreiben vergont haben; die aber / unsers Wissens / wenig mehr da besitzen / sondern die obbesagte Ort entweder dem Lands-Fürsten / oder andern unterschiedlichen Oesterreichischen Herren / gehörig seyn. Siehe Lazium lib. 7. migrat. Gent. fol. 319. et lib. 12. Reip. Rom. sect. 7. c. 6. In einer Verzeichnuß findet sich / daß Herr Leonhard Helferich / Graff von Meggau / die Herrschafft Freystatt / und nach dessen Tode / einer seiner 5. Töchtermänner / ein Graff von Slawata / dieselbe bekommen habe. So vielleicht der Theil von Machland seyn wird / der eigentlich zu Freystatt / und dem Hauß Oesterreich sonsten gehörig ist / aber der Zeit ein Pfandschilling seyn mag: Wie dann auch in einem Schreiben vermeldet wird / daß dieser letzte Herr Graff von Meggau / so neulich gestorben / die Herrschafft Freystatt an sich gebracht habe / von dem Hauß Oesterreich. Anno 1626. haben die Ober-Enserische Bauren Freystatt mit List einbekommen / und sehr übel allda / sonderlich im Schloß / gehauset.