Topographia Circuli Burgundici: Swoll

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Topographia Germaniae
Swoll (heute: Zwolle)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 108–109.
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[108] Swoll / eine Stadt in OverIssel / an einem kleinen Bach / oder Flüßlein / das sich in die Vecht stürtzet / ein halbe Stund gehens von der Issel / und ein starcke Meil von Campen. Ein feine / und vor Zeiten eine Reichs-Stadt / die theils noch unter die Hansee-Städte rechnen; wiewol sie jetzt in der Herren General Staaten Gewalt ist. Hat 2. schöne Canäl / deren der eine an dem Marckt / und dieser Marckt weitläuffig / und schön / ist / bey deme die Kirch zu S. Michel / und unfern davon die zu S. Marien / zu sehen. Hat ein eigne Müntz / und reiche Burger; aber unsaubere Gassen. Es ist diese Stadt mit vielen starcken Wercken überaus bevestigt / hat auch einen doppelten Wall / der von der Stadt biß an die Issel geführet / und mit 3. grossen starcken Pforten versehen ist; damit man / wann sie solte belägert werden / jederzeit aus Gelderland Proviant möchte hinein bringen. Man schreibet von ihr / daß fast keine Stadt in gantz Teutschland so lustig lige / als diese / die auch also einen Uberfluß an allerhand Sachen / so zu Erhaltung deß Menschlichen Lebens vonnöthen habe: und seye das Regiment allhie so wol bestellt / daß dergleichen glückseligers weder Plato, noch Aristoteles, beschrieben haben; und daß deßwegen der Raht dieser Stadt in zweifelhafften Sachen / auch von andern Orten / Rahts ersucht werde. Es ligt bey dieser Stadt S. Agneten Berg / allda sich Thomas Kempensis, zu Kempen im Stifft Cölln gebohren / bey den regulir ten Canonicis auffgehalten / auch allda Anno 1471. im 92. Jahr seines Alters gestorben / dessen Leben Heribertus Rosvveidus beschrieben / und auch seine / deß Thomae Chronic von diesem Ort / in den Truck geben hat; wie Aub. Miraeus, in Fastis Belgicis pag. 446. seqq. berichtet; und in den Elogiis Belgicis pag. 55. saget / daß dieses Thomae Bildnuß noch in dem besagten Closter gesehen werde; mit diesem [109] Symbolo: In omnibus requiem quaesivi, sed non inveni, nisi in abditis recessibus, ac libellis. Wegen deß doppelten Wassergrabens / und anderer Befestigung / begibt sich der Land-Raht dieser Provintz / sambt den Gubernatorn / wann Feinds Gefahr vorhanden / von Vollenhofen / gleich hieher auff Swoll. Wie dann diese Stadt Anno 1580. sich der Spanier zweymahl erwehret hat. Gibt herrliche Weyde herumb / und wird das Land / von den Saliis, Saland genannt / so seinen eignen Rentmeister hat. Es ist Schwoll in einem ewigen Bund mit den Städten Deventer / und Campen; wiewol sie auch in dem Staadischen General-Bunde begriffen seyn. Sihe den 3. Theil deß Georg Braunen Städtbuchs / C. Ens, in delic. apodem. p. 200. und Joh. Angel. von Werdenhagen part. 4. de Rebuspub. Hanseat. cap. 4. fol. 28.