Topographia Circuli Burgundici: Veer

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Topographia Germaniae
Veer
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 152.
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[152] Veer / oder Campveer / Veria, Canfera, Campo-veria. Ist das Haupt der Marggraffschafft dieses Nahmens / und eine zimliche Handels-Statt in Seeland / dahin sonderlich die Schottländer ihre Wahren führen; wiewol sie stätigs mit der See zu streiten / welche erst vor wenig Jahren / einen gantzen Thurn im Fundament außgewaschen / und verschlungen / also daß noch jetzt bey ablauffendem Meer der Grund 6. in 7. Klafftern tieff ist. Es hat vorzeiten der Rath der Admiralität deß gantzen Niederlands allhie seine Wohnung gehabt / deßwegen auch allda von dem König in Spanien ein gewaltig Zeughauß erbauet worden. Printz Wilhelm von Uranien hat diese Statt / sampt Flissingen / umb 146. tausend Gulden an sich erkaufft / und die Regierung Anno 1581. mit grossem Frolocken der Bürger angetretten; auch sich forthin einen Marggraffen zu Veer und Flissingen / (dann es 2. Marggraffschafften seyn /) geschrieben. Ihme haben nacheinander succedirt seine beyde Söhn Moritz / und Friderich Henrich. Es ligt diese sehr veste / und lustige / aber nicht grosse Meer-Statt / Veere / oder Veer / ein Meilwegs von Middelburg / und 2. von Flissingen / so Anno 1358. mit einer Maur einzufassen angefangen worden. Hat den Nahmen von der Uberfahrt / so auff Niederteutsch Veer genant wird / dieweil man da vorzeiten hinüber ins Nordbevelandische Dorff Campen / gefahren ist / welches jetzt unter dem Wasser. Und daher ist diese Statt auch Camp Veer geheissen worden / allda es noch ein stattliches Zeughauß / und einen wolverwahrten Hafen hat. Sihe Guicciardinum, und Hagelgans / in Beschreibung Seelands.