Topographia Hassiae: Fritzlar

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aus Topographia Hassiae, Text von Martin Zeiller, Illustrationen von Matthäus Merian
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[T77]
De Merian Hassiae 255.jpg

[XI] Fritzlar / in Hessen / von Theils Frideslar / vnd Fritislar / genant; von welchem Ort Wilhelmus Dilichius, in seiner Hessischen Chronick / am 162. vnnd folgendem Blat / also schreibet: Der Thumbstifft allhie ist Anno 732. von Bonifacio, vnd die Statt bald darauff / auß der Statt Buriburg (dessen Lagerort man noch bey Fridslar / auff einem hohen Berge sehen kan) darumb / daß dieser Ort zu bewohnen bequemer / vnnd habhaffter / erbawet worden. Weiln auch die Eder / (oder Adraua Taciti; so in die Fulda laufft) nahend darbey / vnd sonsten die Gegend eben / der Boden geschlacht Obst / Wein / vnnd Hülsenfrucht zutragen bequem ist / so thut diese Statt / wegen lustigen Orts / es vielen vmbligenden Stätten weit bevor. Biß hieher Dilich. Anno 774. ward sie von den Sachsen / biß auff den Stifft / außgebrant. Dann / als S. Bonifacius, S. Petern zu Ehren / diese Kirch allhie erbawet / hat er / auß Prophetischem Geist gesagt / daß solche niemals durch Fewer werde verderbt werden. Derowegen / als selbiges mal solche die Sachsen anzunden wolten / ist sie von oben her ein solcher gäher Schrecken ankommen / daß sie schändlich zitterend / verwirret worden / vnnd nach Hauß fliehend vmbgekehret haben; wie Nicolaus Serarius lib. 3. Rer. Mogunt. notat. 27. pag. 494. auß den Annalibus Francorum, so der Graff von Nuenar herfür geben: Item / auß Lamberto Schafnab. oder Aschaffenburg. Reginone, vnd Mariano, schreibet. Landgraff Conrad zu Thüringen hat Anno 1232. wegen einer Strittigkeit / so er mit dem Ertzbischoff zu Mayntz gehabt / diese Statt / so drey Meilen von Cassel gelegen / vberzogen / die Vorstätte abgebrant / die Mühlen zerrissen / vnd die Brücken zerbrochen. Vnd da er vermeynet / er hätte sich also wol gerochen / vnnd im Abzug gewesen / da seyn etliche lose Weiber auff die Stattmawren gelauffen / haben den Hindersten entblöset / solchen vber die Zinnen heraußgereckt / vnd dem Landgraffen nachgeruffen / wann er nirgend hinzufliehen wüste / wolten sie ihme hiemit die Herberge gewiesen haben. Hierdurch er dann im Zorn widerumbzukehren bewegt worden / vnd hat die Statt von newem zubelägern / Fewer einzuwerffen / vnd zugleich zustürmen angefangen; darüber dann alle Gebäw in der Statt / Häuser / vnnd Kirchen / mit allen Männern / Weibern / vnd Kindern / biß auff etlich wenig / so herauß gefallen / vnd sich gefangen ergeben / jämmerlich verbrannt / auch folgenden Tags die Mawren vmbgeworffen / die Thürn nidergerissen / vnd die Klöster / etc. herumb abgebrannt worden seyn; wie beym besagten Dilichio part. 2. pag. 152. seq. vnnd Cyriaco Spangenberg in seiner Manßfeldischen Chronick cap. 253. zu lesen. Anno 1631. im Septembri, ward diese auff einer anmühtigen Höhe gelegene / mit einem Graben / vnnd Ringmawer / auch vielen hohen Thürnen verwahrete Statt / von Landgraff Wilhelmen in Hessen mit stürmender Hand / vnd hernach den 29. Ejusdem, von General Tilly wider erobert; hat auch folgends noch viel außgestanden: Wie dann Anno 1640. im Augusto / die Keyserischen diesen Ort einbekommen / vnd beyde Kriegsheer / Keyser- vnd Schwedische / damals drey Tag lang gar nahe beysammen vmb diese Statt lagen. Es ist da ein feine Burgk / oder Schloß. Besiehe von diesem Ort / neben den angezogenen Scribenten / auch Albertum Cranzium lib. 2. Saxon. c. 10. G. Braun in Theatro Urbium, vnd Casp. Ens in delic. apodem. p. 215 seq.

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