Topographia Hassiae: Waldeck

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
  ← Vmbstatt vnd Vtzberg Waldeck Wanfried →  
aus Topographia Hassiae, Text von Martin Zeiller, Illustrationen von Matthäus Merian
      Wikipedia-logo.png   Waldeck in der Wikipedia      
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).


[T53]
Waldeck (Merian).jpg
[138]
Waldeck.


Ist das Stamm- vnd HauptSchloß dieser gleiches NamensGraffschafft / auff einem hohen Felsen / an der Eder / vnd zwo Meyl wegs von der Statt Fritzlar / gelegen. Neben dem Schloß ligt dz Stättlein / auch auff einem Berge. Es gräntzet diese Graffschafft mit Westphalen; ist auch vor diesem vnter Westphalen gerechnet worden / biß Anno 1438. ipsa die undecim millium virginum weyland Graf Heinrich zu Waldeck / vnnd sein Sohn Graf Walraff vor sich vnd alle ihre Erben / ihre Grafschafft zu Waldeck / die ihr frey eygen Erb gewesen / gantz vnnd vollkömmlich mit allen ihren Zubehörungen / es sey an Mannschafften / Schlössern / Stätten / Dörffern / Leuthen / Herrlichkeiten / Freyheiten / Rechten vnd Gewonheiten vnd anders / welcherley das sey / vnd wie man das genennen mag / nichts außgenommen / weyland Herrn Landgraf Ludwigen zu Hessen / dergestalt aufgetragen / daß sie dieselbige zu rechtem Erb-Mannlehen wider empfangen / vnd darüber gelobt vnd geschworen haben / getrew vnnd hold zu seyn / als ein Mann seinem Erb-Herrn seyn soll / wie dann solcher Waldeckische VfftragsBrieff / vnd darauff erfolgte Fürstliche Hessische Belehnung Anno 1630. in offenen Truck gebracht worden. Daß also diese Herren Grafen / die vorhin allein vnter dem Käyser / vnnd dem Reich von Caroli Magni Zeiten an / der ihnen die Schirms-Gerechtigkeit in dem Stifft Paderborn geben / gewesen / jetzt wie obgedacht / Hessische Lehenleuth seyn. Im Jahr 1621. nahm Landgraf Moritz in Hessen das Waldeckisch Ländlein / sampt dem Waldeckischen Haupt-Hauß Eisenberg / wegen eines Streits mit dem Grafen / eyn. In diesem Teutschen Krieg hat solche Graffschafft auch nicht wenig Schaden gelitten. Es seyn diese Herren Grafen der Augspurgischen Confession zugethan / vnd haben im Closter Neze / vnder obbesagtem Stammen-Schloß Waldeck / ihre Begräbnuß.

Ein Meyl wegs von Waldeck ligt das Stättlein Sachsenhausen / so wegen seines guten Biers bekannt: Darnach Freyenhagen / da Matthias Martinius hero bürtig ist. Besihe Limnaeum de Jure publ. lib. 1. c. 4. n. 93. Ihre / der samptlichen Herren Graven Reichs Anschlag / ist Monatlich einfach 4. zu Roß. 18. zu Fuß. Zu Vnderhaltung deß Cammergerichts / gaben Sie vorhin Jährlich 25. fl. den Thaler zu 69. Kreutzer gerechnet: jetzt / nach dem erhöchten Anschlag / finde ich 41. fl. 42. Kreutz. 5. Heller. Sie seyn / wie gedacht / deß Fürstlichen Hausses Hessen Lehenleuthe vnnd haben sich beyde Linien / Cassel / vnd Darmstatt / Anno 1648. den 14. Aprilis / dahin verglichen / wann die Graven von Waldeck solten mit todt abgehen / daß solche Grafschafft in zween gleiche theil /für beyde Häuser / gesetzt werden solle. Es seyn aber bey jüngstem Anno 53. vnd 54. gehaltenem ReichsTage zu Regenspurg / durch Gesandschafft / erschienen / die Herren Georg Friederich / Johann / vnd Volrath / Brüder / vnd Vettern / Graven zu Waldeck / Pirmont / vnd Culenburg / Freyherren zu Tonna / Palandt / Wittem / Werth / etc. für sich / vnd [139] respectivè in Vormunds Nahmen / der Jungen Herren Graven zu Waldeck / Christian Ludwigen / Josiasen / vnd Heinrich Volraths. Am 13. Blat deß General Reichs Frieden-Schlusses Instruments / stehet / daß das Hauß Waldegg / zum besitze aller rechtlichen Ansprüchen / in der Herrschafft Didinghausen / vnd den Dorfschafften Nidernau / Lichtenscheid / Dafeld / vnd Niderschlaidern / wider kommen solle.

  ← [[{{{TOP}}}{{{VOR}}}|{{{VOR}}}]] {{{ORT}}} [[{{{TOP}}}{{{NAR}}}|{{{NAR}}}]] →