Topographia Sueviae: Imenstatt

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Topographia Germaniae
Imenstatt (heute: Immenstadt im Allgäu)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 99–100.
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Imenstatt /

Ligt im Algöw / Alpgovia, von den benachbarten Alpen / oder Almangovia. von den Allemannern also genandt / welches Land von Morgen mit dem Lech / von Mittag mit dem Schweitzerisch- vnnd Tyrolischen Schneegebürg / eingeschlossen wirdt; gegen Abend an den Bodensee reychet; vnd von Mitternacht die Thonaw hat. Man hat von Imenstatt nicht weit zu der Iler / vnd 4. Stund ohngefehr auff Kempten. Gehöret / sampt dem stattlichen dabey gelegnen Schloß Rotenfelß / dem Herrn Grafen von Königseck. Es gibt Jährlich im Herbst einen stattlichen Vieh- sonderlich Pferdemarckt allhie. Crusius in Annal. Suev. Vnd diesen Orth nennen auch andere ein Stättlein: Aber / wie im Augusto Anno 1641. glaubwürdig von einem / dem diese Gelegenheit wol bekandt / berichtet worden / so ist nur ein schöner grosser MarcktFlecken. Es haben die Herren Graffen von KönigsEck / (welches jhr StammHauß nahende [100] Saulgen gelegen) stattliche Güter in diesem Lande / vnd ist jhr Monatlicher Reichs Anschlag 44. fl. vnd zum Cammergericht jährlich / wie ich in einer geschriebenen Verzeichnuß gelesen / insgesampt / 35. Gülden / 4. Kr. 2. Heller: Wegen Rottenfels aber / ist ein absonderlicher Anschlag / der bey Montfort einkommet. Was das gedachte Algöw / so ein Strich / oder Gegend vom grossen Schwabenland ist / dadurch die Iller laufft / anbelangt / so führen Theils desselben Nahmen von den Alemannen her; von welchen der Autor deß Tractats / Romano Germanicus S. Caesar. Majestatis, etc. Splendor, etc. intitulirt, am 25. Blat / also schreibet: Alemanni propriiè haud Germani, sed populi septeutrionales erant, qui erumpentes in Germaniam cum Suevis sese conjungebant, & labascente Romano Imperio Rhaetiam primam, & Sueviam, cum paucis conterminantibus Regionibus, inprimis Helvetiam Romanis eripiebant, dum Francones Galliam invaderent: Daß nämlich die Alemanner eigentlich keine Teutschen / sondern Mitternächtische Völcker gewesen / die in das Teutschland herauß gefallen / vnd mit den Schwaben sich vermenget / vnd / bey dem fallenden Röm. Reich / vorder Rhaetien / vnd Schwabenland / mit etlich wenig Benachbarten / vnd insonderheit das Schweitzerland / den Römern benommen / in deme die Francken in Gallien / oder jetziges Franckreich gefallen seyen.