Topographia Sueviae: Ow

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Topographia Germaniae
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 148–149.
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[148]
Ow / Owe / Ouua.

Ins gemein Auwen. Ligt im Hertzogthumb Würtenberg / ein Stundt von Kirchheim vnter Teck / vnd gehört ins selbige Ampt. Darob gleich der Berg / darauff das zerfallene Schloß Teck / der Hertzogen dieses Nahmens weyland Residentz / gelegen. Hat ein lustige Gelegenheit herumb. Besagte Hertzogen / haben dieses Stättlein erbawet / vnnd ist älter / als die Statt Kirchheim; von welcher die Kirchheimer / Gutemberger / vnd andere herumb / vor Jahren / jhre Gewicht / vnd Maaß / nehmen musten. Der Bach Lauter fließt dardurch. Hat viel alte Häuser. Im Chor der Pfarrkirchen ligen etliche Hertzogen von Teck. Hat auch ein Kloster allda. Anno 1838. ist solches Teckisch HauptStättlein dem Graf Eberharden von Würtenberg / vom Hertzog Friederichen zu Teck / sampt Gutemberg / vmb sechstausend Gülden versetzt worden. Crusius in Annalibus Suevic. Es schreibet D. Johan. Bauhinus, de Aquis Medicatis, etc. daß allhie [149] vber der Lauter / auch ein Vorstatt lige; vnd dieser Ort / gegen der Ebne / auff Kirchen / oder Kirchheim zu / viel Wein- vnd Obsgärten habe.

Was das darob gelegne zerfallne Schloß / vnnd Weyland der Hertzogen vom Teck / Stammhauß / (dessen oben gedacht wirdt) anbelangt / so sagt Crusius) daß der Berg / darauff solches gelegen / Eck heisse / als ein Eck deß Schwäbischen Albgebürgs / vnnd habe davon auch das besagte Schloß den Namen bekommen / vnd sey alles / was vmb solchen Berg vnden gelegen war / vnder der Eck / oder Deck / sub ipso angulo, genandt worden. Es sey aber gedachtes Schloß Teck An. 1525. von den auffrührischen Bauren verbrandt / vnd zerstöret worden. Er schreibet auch part. 2. Annal. libro tertio cap. 7. daß Dieboldiburg nicht sey ein Stättlein im Algöw / wie Stumpfius vermeynt habe / sondern bey den besagten Alpen / oberhalb deß gemelten Schlosses Teck / auff dem Berg gelegen gewesen / da man noch altes Gemäwer sehe. Es ist in dem obgedachten Stättlein Owen / oder Auen / keine Kirch / keine Pfarrer / Helffer / oder Diaconus, sonder dieselbe findet man / sampt dem Stattschreiber / in der darunder gelegnen grossen Vorstatt; vnnd ist die Kirch zu mahlen angefangen / aber das Gemählwerck nicht vollendet worden. Der gedachten Hertzogen Gedächtnuß / vnd StammRegister / ist in solcher zu lesen; vnd ligen Sie ausser deren / so zu Mindelheim / vnd vielleicht auch anderswo / ruhen) beysammen im Chor vnder einem erhöchten Stein / als darunder man jhre hin vnd her gefundene Gebein / im vorigen seculo gethan hat. Vnd solche Ehrengedächtnuß / selber zu besichtigen / bin ich in disem 52. Jar / den 22. Junij von Kirchheim auß / (so nur eine gute Stundt davon gelegen) dahin spatziert.

Wann man eine viertel Stunde von Auen / durch die Wiesen / gegen dem Thal / vnnd Bergen / zuzeucht / findet man einen Brunnen / vnnd Bad / das Säubad genandt / so 2. Quellen hat; aber kalt ist / Kupffer / Vitriol / vnd rote Erde in sich haben soll. Wird wider die Krätzen / vnd andere dergleichen Zustände / gelobt; wie hievon auch im besagten vnserm Text Bericht geschehen; dabey aber zu mercken / daß zwar das Wasser noch vorhanden / solches auch etwan gebraucht / vnnd gar hinweg geführt wird: Aber das Badhauß ist / im nächsten Krieg darauff gegangen / vnnd seithero nicht mehr erbawen worden.