Topographia Superioris Saxoniae: Saltza

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Topographia Germaniae
Saltza (heute: Bad Langensalza)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 162–163.
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Saltza / Langen-Saltza.

Eine Churfürstl. Sächsische Statt in Thüringen / auff einem fruchtbaren Boden / bey der Vnstrut / sampt einem Schloß / (so Dreyburgk heissen solle) zwo Meylen von Mülhausen / vnd 4. von Erfurt / gelegen. Es schreibet Dresserus, daß der Nahm vom Wasser Salza / so dardurch rinnet / herkomme; vnnd sagt / daß solcher Orth / da er noch ein Dorff gewesen / deß Closters Homberg Voigten / wegen ihres fleisses / seye geschenckt worden / daher man sie Herren von Salza genent habe; auß welcher Geschlecht Herman von Saltza solle gewest seyn / welcher deß Teutschen Ordens Großmeister worden. Anno 1243. seyen drey Herren von Saltza gewesen / deren zween ihren Antheil dem von Mäyntz / der ältist vnnd dritte aber / Landgraff Friederichen in Thüringen / verkaufft habe; darüber dann Krieg entstandden / so endlich also verglichen worden / daß am Schloß / vnd der Statt / jeder den halben [163] theil behalten solte. Als der letzte Herr von Saltza gestorben / so seye die Erbschafft auff Landgraff Friederichen / Balthasers Sohn / gefallen / darauff auch der ander halbe theil Anno 1374. an die Landgraffen in Thüringen / vom Stifft Mäyntz / kommen. Vnd dieses sagt Dresserus. Andere erzehlen den Handel etwas anders / vnnd melden / daß Anno 1346. diese Statt von Marggraff Friederichen auß Meissen in den Brand gesteckt worden / da dann vber die 800. Seelen geblieben / vnnd / in dem theils vber die Mauren sich salviren wollen / seyen derselben auch viel zu tode gefallen. Melchias Nehel schreibet in exegesi Thuringiae, p. 227. daß die erste Besitzer dieser Herrschafft Saltza / zu Dülstedt / vnd Vffhofen / gesessen seyen. Siehe ein mehrers hievon beym Peccensteinio part. 2. Theatri Saxon. fol. 39. et part. 3. fol. 140. seqq. Die Braunschweigische Chronic sagt am 191. Blat also: Im Jahr 1211. nahmen einen Anfang die Herren von Salza in Döringen / das vervrsachte sich also: Einer von Drifurt war Vogt deß Closters Homburg / derselbige erlangt von dem Abt daselbst das Dorff Driburg / baute ein Schloß dahin / befestigt es mit Wall vnd Mauren / vnd nante es Saltza; Weil er sich aber bey Keyser Otten für vnnd für Mannlich vnnd wol erzeigte / ward er von demselbigen erhöbet / vnd zum Freyherren gemacht. Die Herrschafft Saltza ist Anno 1409. loß gestorben / vnd seynd die Güter an die Landgraffen zu Döringen / vnd Graven zu Hennenberg / als Lehnherren / gefallen. In der geschriebenen Thüringischen Chronic Adami Ursuni, stehet / daß Anno 1346. Saltza dem von Mäyntz / vnnd den Landgraven (in Thüringen) von den Herren von Saltza / dreyen Brüdern / verkaufft worden / darüber Streit vor gefallen / daß sie der Landgraff belagerte / Fewer hinein schoß / daß 18. Schock / vnnd 16. Menschen (1096.) verbrannen / (Bange hat 878.) vnnd vor Hitze in die Borne / (Bronnen) fielen / vnnd in den Kellern erstickten / ohne die / so sich todt vnd lahm vber die Mauren fielen.

Endlich wurd die Sach verglichen / das jeder Fürst die Statt halb haben solte / da vorhin nur der ältist seinen theil dem Landgraff Friederichen verkaufft hatte. Anno 1409. starb der von Saltza ohne Leibs Erben / da fielen seine Schloß an den Lehensherren / Landgraff Friederichen in Thüringen / der nahm ein / Vffhoffen vber Salza / Tulsted / (Tölstedt /) mit aller Zugehörung. Es hat Saltza ein Barfüsser Closter vom Hertzog Wilhelmen gebawt. Vnd so viel sagt Ursinus. Gleiches meldet auch ein andere geschriebene Chronic. Es hat diese Statt / sonsten schöne Kirchen / darunder Sanct Stephans die Hauptkirch ist. Das Closter Reinhartsborne hat auch einen Hoff allda. An. 1379. hat die Statt / viel vom Wasser; Anno 1438. 1506. vnnd 1517. vom Krieg / vnd Brand / außstehen müssen. Anno 1539. hat Hertzog Heinrich auß Sachsen / allhie die Augspurgische Confession eingeführt. Anno 1632. ist die Statt im Herbst von dem Pappenheimischen Volck ausgeplündert; wie berichtet worden. Im 2. Theyl deß Theat. Europaei, stehet / es seye die Statt erhalten / aber die Vorstatt abgebrant worden/ in selbigen Jahr / von den Friedländischen. Hat hernach noch mehrers / sonderlich Anno 1641. als Erfurt hat sollen belagert werden / den Kriegslast empfunden. Anno 1598. den 18. Aprilis / gehet zu grossen Guttern / im Ampt Langen-Saltza / ein Fewer auff / nit weit von der Ober-Pfarr / in Juncker. Hans Georgen von Sebachs Scheunen / davon die eine seyte desselben Dorffs / die allerbesten / vnnd reichesten Höfe deß mehrertheils weg brennen / von der Oberkirchen / biß an die Vnderkirchen / da denn das Pfarrhauß allein fast mitten im Fewer ist vnbeschädigt stehen blieben; sind damals verbrant 143. Wohnhäuser / ohn Scheuren / vnnd Ställe. Den 19. Maij hernach / branten zu alten Guttern / vber die viertzig Häuser ab / ohne Scheune / vnnd Ställe. Es hat bey Saltza das obgedachte Closter Hoenburg / (Homberg) Keyser Carl der Grosse gestifftet / wie in der geschriebenen Thüringischen Chronic stehet.