Underweysung der Messung, mit dem Zirckel und Richtscheyt, in Linien, Ebenen unnd gantzen corporen

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Autor: Albrecht Dürer
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Titel: Underweysung der Messung, mit dem Zirckel und Richtscheyt, in Linien, Ebenen unnd gantzen corporen
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Erscheinungsdatum: 1525
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Erscheinungsort: Nürnberg
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Quelle: Scan auf Commons und SLUB Dresden
Kurzbeschreibung: Geometrielehrbuch für Praktiker
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Vnderweysung der messung / mit dem zirckel vnd richt
scheyt / in Linien ebnen vnnd gantzen corporen /
durch Albrecht Duerer zuosamen getzogen /
vnd zuo nutz allen kunstlieb habenden
mit zuo gehoerigen figuren / in
truck gebracht / im jar.
M. D. X X v.




Mit begnadung Kayserlicher im end eyngeleibter Frey-
heyt damit sich ein yglicher vor scha
den zuo hueten wyß etc.

Meynem in sonders lieben herren vnd freuendt / herrn Wilbolden Pirckheymer / wuensch jch Albrecht Duerer / heyl vnd seligkeyt guenstiger herr vnd freuendt / man hat byßher in vnsern deutzschen landen / vil geschickter jungen / zuo der kuonst der mallerey gethon / die man an allen grundt vnnd alleyn auß einem taeglichen brauch gelert hat / sind die selben also im vnuerstand wie eyn wylder vnbeschnytener bawm auff erwachsen / Wie wol etlich auß jnen durch stetig uebung eyn freye hand erlangt / also das sie jre werck gewaltigklich aber vnbedechtlich / vnnd alleyn nach jrem wolgefalle gemacht haben / So aber die verstendigen maler vnd rechte kuenstner / solchs vnbesunen werck gesehen / haben sie vnd nit vnbillich diser leuet blindtheyt gelacht / die weyl einem rechten verstand nichts vnangenemer zuo sehen ist / dann falscheyt im gemel / vnangesehen ob auch das mit allem fleiß gemalt wirdet / Das aber solche maler wolgefallen in jren yrthumben gehabt / ist alleyn vrsach gewest / das sie die kunst der messung nit gelernet haben / an die keyn rechter werckmann werden oder seyn kan / Das aber jr meyster schuld gewest die solche kunst selbs nit gekuendt haben / Die weyl aber die der recht grundt ist aller mallerey / hab jch mir fuergenomen allen kuenstbegyrigen jungen / eyn anfang zuostellen / vnd vrsach zuegeben damit sie sich der messunge zirckels vnd richtscheyt / vnderwinden vnnd darauß die rechten warheyt erkennen vnnd vor augen sehen moegen / damit sie nit alleyn zuo kuensten begirig werden / sonder auch zu eynem rechten vnd groesseren verstant komen moegen / Vnangesehen das itzt bey vns vnd in vnseren zeyten die kuenst der malerey / durch etliche seer veracht vnd gesagt will werden / die diene zuo Abgoetterey / dann eyn yeglich Christen mensch / wirdet durch gemel oder byldnueß als wenig zuo einem affterglauben getzogen / als eyn fruomer mann zuo eynem mord / darumb das er ein waffen an seiner seyten tregt / muest warlich eyn vnuerstendig mensch seyn / der gemel / holtz / oder steyn anbetten woelt / Darumb gemel mehr besserung dann ergernuß bringt / so das erberlich kunstlich vnd woll gemacht ist / In was eren vnd wirden aber dise kuenst bey den Kriechen vnd Roemern gewestist / zeygen die alten buecher gnugsam an / Wie woll sie nachfolgent gar verloren vnd ob tausent jaren verborgen gewest / vnd erst in zweyhundert jaren wider durch die Walhen[1] an tag gebracht ist worden / Dann gar leychtiglich verlieren sich die kuenst / aber schwerlich vnnd durch lange zeyt werden sie wider erfunden / Demnach hoff jch diß meyn fuernemen vnd vnderweysung / werde kein verstendiger dadelen / die weyl es auß einer gutten meynung vnd allen kuenstbegirigen zuo guet geschicht / vnnd auch nicht alleyn den maleren / sonder Goldschmiden Bildhaweren Steynmetzen Schreyneren vnd allen den so sich des maß gebrauchen dienstlich seyn mag / jst niemand gezwungen sich diser meiner ler zuo brauchen / jch weyß aber woll wer sich der vndersteen / wirdet nit allein eynen gruentlichen anfang darauß fassen / sonder durch den taeglichen brauch / zue eynem groessern verstand reichen / weytter suechen vnd gar vil mehr dann jch ytzt anzeyg erfinden / Die weyl jch aber guenstiger herr vnnd freuendt weyß / das jr eyn liebhaber aller kuenst seyt / hab jch euch dises buechlein auß sonderer zuoneygung vnd freuentlichen willen zuo geschrieben / nit darum das jch vermeynt jch het euch was groß oder fuertreffenlichs damit bewysen Sonder das jr darauß meinen geneygten vnd gueten willen versteen vnnd ermessen moecht / ob jch euch gleychwol mit meinem wercken nit sonders erschießlich seyn mag / das dannoch meyn gemuet allzeyt bereyt were / euch ewer gunst vnd lieb so jr zue mir tragt mit gleicher widerlegung zuobezalen.

Anmerkungen (Wikisource)[Bearbeiten]

  1. Mit Walen oder Welsche bezeichnete man die romanischen Völker, hier die Italiener (Wikipedia).

Inhalt[Bearbeiten]