Vita Karoli Magni

Vorwort.
[Bearbeiten]Nachdem ich mir vorgenommen hatte, das öffentliche und häusliche Leben und zu einem nicht geringen Theile die Thaten meines Herrn und Erziehers, des vortrefflichen und mit Recht hochberühmten Königs Karls zu schreiben, so habe ich mich bei Ausführung dieses Vorsatzes der möglichsten Kürze befleißigt und mich bemüht, nichts von dem zu übergehen, was zu meiner Kenntniß gelangen konnte, aber auch nicht durch Weitschweifigkeit der Erzählung die abzuschrecken, welche von nichts neuem etwas wissen wollen, wenn es je zu vermeiden ist, durch eine neue Schrift bei denen nicht anzustoßen, welchen die alten und von den gelehrtesten und beredtesten Männern abgefaßten Werke zuwider sind. Und obwohl ich nicht zweifle, daß es manche wissenschaftlich beschäftigte Männer gibt, die unser gegenwärtiges Zeitalter für nicht so gering ansehen, daß alles, was jetzt sich zuträgt, als der Aufzeichnung unwerth, in Vergessenheit begraben werden müßte, die vielmehr vom Wunsch nach bleibender Erinnerung getrieben die herrlichen Thaten anderer lieber aufzeichnen, als den Ruhm ihres Namens durch Stillschweigen der Nachwelt vorenthalten wollen, so glaubte ich mich doch dadurch von meinem Vorhaben nicht abhalten lassen zu dürfen, da ich mir bewußt war, niemand könne so wahr und treu wie ich das aufzeichnen, was ich selbst miterlebte, was ich mit eigenen Augen sah, da ich überdieß nicht wissen konnte, ob es wirklich auch von einem andern werde aufgezeichnet werden oder nicht. Und ich erachtete es für besser, noch neben andern denselben Gegenstand zu behandeln und ihn auf die Nachwelt zu bringen, als das ruhmvolle Leben und die herrlichen von Menschen der neueren Zeit wohl unerreichbaren Thaten des ausgezeichneten und größten Königs seiner Zeit in die Nacht der Vergessenheit sinken zu lassen. Noch ein anderer und wie ich glaube nicht zu verwerfender Grund, der auch schon für sich allein mich zur Abfassung dieser Schrift hätte bewegen können, lag für mich vor, die Pflege nemlich, die ich von ihm genoß, und das freundschaftliche Verhältniß, in dem ich zu ihm und seinen Kindern fortwährend stand, seitdem ich an den Hof gekommen war: dadurch hat er mich so tief sich verpflichtet und mich im Leben wie nach seinem Tode zu seinem Schuldner gemacht, daß man mich mit Recht des Undanks bezüchtigen könnte, wenn ich, der von ihm empfangenen Wohlthaten uneingedenk, die herrliche und glänzende Geschichte eines Mannes, der sich so hoch um verdient gemacht hat, mit Stillschweigen überginge und, als wäre er nie dagewesen, seinem Leben weder eine schriftliche Erinnerung, noch das gebührende Lob widmete. Um sie zu beschreiben und darzustellen reichte freilich mein geringes und unbedeutendes Talent nicht aus, vielmehr hätte dazu das beredte Wort eines Tullius gehört. — Hier ist nun die Schrift, die das Andenken des größten und vortrefflichsten Mannes bewahren soll: man wird bei ihr neben seinen Thaten sich wohl nur darüber verwundern, daß ich als Deutscher, der mit der römischen Sprache sehr wenig vertraut ist, gut und geschmacksvoll etwas lateinisch schreiben zu können vermeinte, und so keck wurde, daß ich jenes Wort Cicero's über die lateinischen Schriftsteller, das wir im ersten Buch seiner Tuskulanen lesen, glaubte unbedachtet lassen zu dürfen:
- „Seine Gedanken schriftlich niederlegen, ohne sie ordnen, schön ausdrücken und den Leser damit ergötzen zu können, heißt Zeit und Schrift unverantwortlich mißbrauchen.“[1]
Es hätte mich dieser Ausspruch des großen Redners vom Schreiben abschrecken können, hätte ich mich nicht schon vorher entschlossen gehabt, lieber das Urtheil der Welt auf mich zu nehmen und den Ruf meines Talents preiszugeben, als aus Sorge für mich das Leben eines so großen Mannes ungeschrieben zu lassen.
[1.]
[Bearbeiten]Pippin. Karlomann.
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[Bearbeiten]Der aquitanische und langobardische Krieg.
[Bearbeiten][5.]
[Bearbeiten][6.]
[Bearbeiten]Die Kriege mit den Sachsen.
[Bearbeiten][7.]
[Bearbeiten][8.]
[Bearbeiten]Der Zug nach Spanien.
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[Bearbeiten]Krieg gegen Baiern und Wilzen.
[Bearbeiten][11.]
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[Bearbeiten][13.]
[Bearbeiten]Godefrid der Dänenkönig.
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[Bearbeiten][15.]
[Bearbeiten]Verhältnisse zum Ausland.
[Bearbeiten][16.]
[Bearbeiten]Erbauung einer Flotte.
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[Bearbeiten]Karls Familie.
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[Bearbeiten][21.]
[Bearbeiten]Er liebte die Fremden und nahm sich ihrer mit der größten Sorge an, so daß ihre große Anzahl gar häufig nicht bloß für den Palast, sondern das ganze Reich eine wahre Last zu sein schien. Er selbst jedoch ließ sich in seiner Hochherzigkeit derlei Bedenken wenig anfechten und wog vielmehr die bedeutendsten Nachtheile mit dem Ruhm der Freigebigkeit und dem Lohn eines guten Namens auf.
Karls Gestalt.
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[Bearbeiten][23.]
[Bearbeiten]Karls Lebensweise.
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[Bearbeiten]Karls Frömmigkeit.
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[Bearbeiten][27.]
[Bearbeiten][28.]
[Bearbeiten]Karls Eifer für deutsche Sprache.
[Bearbeiten][29.]
[Bearbeiten]Karls Tod.
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[Bearbeiten][31.]
[Bearbeiten]Der Leichnam wurde feierlich gewaschen und besorgt und unter großen Klagen des gesammten Volkes nach der Kirche getragen und daselbst bestattet. Man war Anfangs uneinig, wo man ihn beisetzen sollte, weil er selbst bei seinen Lebzeiten nichts darüber bestimmt hatte; zuletzt aber vereinigten sich alle dahin, nirgends könne er eine würdigere Grabstätte finden, als in der Kirche, die er selbst aus Liebe zu Gott und zu unserm Herrn Jesu Christo und zu Ehren der heiligen Jungfrau in Aachen auf eigene Kosten erbaut hatte. Hier wurde er nun beigesetzt an demselben Tage, wo er gestorben war, und über dem Grab ein vergoldeter Bogen mit seinem Bild und einer Inschrift errichtet. Die Inschrift lautete aber:
- „Hier unten liegt der Leib Karls des großen und rechtgläubigen Kaisers, der das Reich der Franken herrlich vergrößert und sieben und vierzig Jahre hindurch glücklich regiert hat. Er starb ein Siebziger im Jahre des Herrn 814, in der siebenten Indiction, am 28sten Januar.“
[32.]
[Bearbeiten]Karls Testament.
[Bearbeiten][33.]
[Bearbeiten]Anhang.
[Bearbeiten][1.] Einhard und Imma.
[Bearbeiten][2.] Kaiser Karls Traum.
[Bearbeiten]- ↑ Cic. Tusc. 1,6