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Weg nach Berlin – Birkenwerder, August 1948

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Autor: Hans Brass
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Titel: Weg nach Berlin – Birkenwerder, August 1948
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Entstehungsdatum: 1948
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Kurzbeschreibung: Tagebuchauszüge zum Thema Weg nach Berlin – Birkenwerder, August 1948
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Einführung

[Bearbeiten]

Der Artikel Weg nach Berlin – Birkenwerder, August 1948 zeigt die von Stefan Isensee im Rahmen seines Werkes „Weg nach Berlin – Birkenwerder“ zusammengestellten Tagebuchauszüge vom August 1948. Textauslassungen wurden mit [...] gekennzeichnet, eingefügte Erläuterungen von Stefan Isensee in eckigen Klammern kursiv [Erläuterung].

Tagebuchauszüge

[Bearbeiten]
[1]
Sonntag, 1. August 1948.     

[...] [1] Nachmittags Kaffee getrunken (Ersatz natürlich) u. Petrusblatt gelesen, wozu ich mir aus der Kneipe fünf Zigaretten holte. Um 6 Uhr gehe ich zur Abendmesse u. werde dann die Zigaretten-Kippen aus der Pfeife rauchen. [...]

[1]
Montag, 2. August 1948.     

[...] [1]      Ich arbeitete bis Mittags u. fuhr dann zur Versammlung des Schutzverbandes, die in der Aula einer Schule in der Gasteiner Straße stattfand u. die trotz der Hitze sehr gut besucht war. Ich traf dort nicht einen einzigen Kollegen, den ich kannte, trotzdem war es nicht überflüssig, dort gewesen zu sein. Von bekannten Künstlern sah ich am Vorstandstisch Horst Strempel, den ich mir ganz anders vorgestellt hatte, sowie den Maler Stabenau, der sehr gut aussieht. Es platzten die politischen Gegensätze scharf aufeinander, da sich in letzter Zeit die Spaltung des FDGB. auch auf den Schutzverband auszudehnen begonnen hat. Die Zuständigkeit dieser Versammlung wurde in Zweifel gezogen, ohne daß aber Konsequenzen daraus gezogen wurden. Es hat sich in letzter Zeit in den Westsektoren Berlins auch ein, „freier Kulturbund“ gebildet. [...]

[1]      Von einem Herrn Erich Rüters, Architekt u. Vorsitzender des Kulturbundes in Boizenburg, von dem mir Martha schon erzählt hatte, daß er in Ahrenshoop gewesen sei u. mit großer Begeisterung von meinen Bildern gesprochen hat, bekam ich nun einen Brief. Er schreibt mir als Leiter der Wirkungsgruppe Boizenburg, er habe vor 2 Jahren meine Ausstellung in Schwerin gesehen [...]

[2] Er fragt nun an ob ich bereit bin, im Rahmen der Wirkungsgruppe B. dort eine Ausstellung zu veranstalten, ev. in Verbindung mit einem Vortrag. – Ich werde ihm antworten, daß ich das sehr gerne tun würde, falls die Wirkungsgruppe B. sämtliche Unkosten übernimmt. [...]

[2]
Donnerstag, 5. August 1948.     

[...] [2]      Fritz schickt mir einen Brief vom Kulturbund in Güstrow mit, wo man ja im vorigen Jahre eine Ausstellung machen wollte u. dann auf Betreiben der Landesleitung Schwerin ziemlich [...] [3] brüsk davon zurück trat. Jetzt schreibt man mir einen langen u. sehr liebenswürdigen Brief ohne jene Sache zu erwähnen. Man teilt mir mit daß der Ku-Bu. jetzt dort ein eigenes Haus hat u. in der Lage ist, würdige Ausstellungen zu machen, u. der erste soll ich sein nach mir Barlach. Man frage, ob die Ausstellung schon im September sein könne u. ob ich einen Vortrag halten wolle, man bittet mich, mehrere Tage dort zu sein, um an den zu erwartenden Diskussionen teilzunehmen. Ich habe sofort geantwortet, daß ich bereit wäre, daß aber der Ku-Bu. sämtliche Kosten übernehmen müsse u. mir einen Verkauf von mindestens 500,– M. garantieren müsse. Die Dinge des Vorjahres habe ich auch nicht erwähnt. – So könnten also zwei Ausstellungen hintereinander in Güstrow u. in Boizenburg sein, was ja sehr begrüßenswert wäre. [...]

[3]      Heute machte ich das kleine Bild fertig u. signierte es. Aus Freude darüber u. über die guten Briefe kaufte ich mir wieder Zigaretten u. kochte mir Kaffee-Ersatz. Die Beschaulichkeit dieser Stunde bewirkte, daß ich mit rauher Hand nochmals an das anscheinend vollendete Bild ging u. sehr radikal hineinmalte. Und das war gut. Ich habe vieles total zerschlagen u. bin nun auf eine neue Lösung gekommen, die unvergleichlich besser ist. Es ist das ein Beweis, daß eine Zigarette eben doch ihren großen Nutzen haben kann. [...]

[3]
Freitag, 6. August 1948.     

[3]      Bis Mittags gearbeitet, ohne daß das kleine Bild fertig geworden wäre, dann geschlafen, dann zu Schüler gefahren, wo ich wieder überaus [4] herzlich empfangen wurde, obwohl beide vergessen hatten, daß der heutige Tag verabredet war. Schüler gab mir beste Ratschläge für Güstrow u. Boizenburg u. bot mir sogar ernsthaft an, selbst nach Güstrow zu kommen, um meine Bilder bestens zu hängen.

     Während ich dort war u. natürlich wieder von dem herrlichen Kaffee bekam, kam der Kollege Prof. Kowalski, ein sehr netter u. sympatischer Mensch, der mir den Namen eines Ministerialrates Heisig im Kultusministerium in Potsdam nannte, damit ich mich an diesen persönlich wenden soll, um meine Lebensmittelkarten=Einstufung endlich zu regeln. Dieser Ministerialrat soll ein Kollege sein, der einem auch sonst sehr behilflich ist. Herr Kowalski besitzt z.B. eine rote Ausweiskarte, die ihn als namhaften Künstler ausweist, u. diesen Ausweis bekommt man dort. Ich hatte keine Ahnung, daß es dergleichen gibt. Ferner nannte er mir einen Herrn Seel in der Wiesbadenerstr. 32, der jeden Mittwoch von 5 – 7 Uhr ein offenes Haus für Künstler hat. Man trifft dort Kollegen. Momentan ist er allerdings für 14 Tage verreist.

     Endlich gab mir Frau Schüler wieder eine große Tüte mit grünen Bohnen, Aepfeln u. Tomaten mit. Beide waren so herzlich zu mir, daß ich in ganz gehobener Stimmung wieder nachhause fuhr. – Schüler selbst wird am Montag nach Ahrenshoop fahren u. etwa 14 Tage dort bleiben.

[5]
Donnerstag, 19. August 1948.     

[...] [5]      Fritz schickt Ulenspiegel u. Bildende Kunst. Er schreibt, daß Schüler mit Herrn Ehlers=Güstrow mit dem Auto nach Güstrow fährt, um sich die [6] Räume anzusehen. Er will dann mit mir zu Wauer, um die Bilder auszusuchen, diese werden dann durch Herrn Ehlers per Auto nach Güstrow gebracht. – Es ist rührend, welche Mühe sich Sch. um mich gibt. – Fritz schickt einen Plan der Ausstellungsräume mit, danach sind es drei in einer Front nebeneinander gelegene Räume, von denen jeder 6x8 m. groß ist u. 3 Fenster hat. Es scheinen sehr gute Wandflächen zu sein.

     Ich habe die große Landschaft aufgezeichnet, morgen will ich sie untermalen.

[6]
Freitag, 20. August 1948.     

[6]      Die große Landschaft farbig angelegt, auf den ersten Anhieb wie immer sehr gut, die Schwierigkeiten kommen später.

     Kurzer Brief, von Martha. Am 15. Sept. soll also meine Ausstellung in Güstrow stattfinden, etwa 18 Gemälde u. einige Zeichnungen. Am 30. Aug. will Schüler mich bei Wauer treffen, um die Bilder auszusuchen. So weit scheint also alles in Ordnung zu sein, nun fragt sich bloß, ob ich hier am 1. Sept. eine neue Lebensmittelkarte bekomme, da meine Aufenthaltsgenehmigung ja am 31. August abläuft. Hoffentlich gibt das nicht noch eine Schweinerei.

[7]
Sonnabend, 21. August 1948.     

[7]      Gleich nach dem Frühstück zu Wauer gefahren. Auf dem Bahnhof Tempelhof, von dem aus man den Flughafen gut übersehen kann, standen viele Schaulustige u. sahen sich den Riesenbetrieb an, der seit der sogen. Luftbrücke dort herrscht. Es war wirklich so, wie es in den Zeitungen steht: das erste viermotorige Riesenflugzeug ist auf der Landebahn eben ausgelaufen u. schwenkt zu seinem Platz ein, als schon das nächste Flugzeug landet. Es ist eine ununterbrochene Welle von landenden u. startenden Maschinen, ein imposanter Anblick. Der Flugplatz selbst wird nicht unerheblich vergrößert, ganze Züge von Lastwagen bringen Erde dazu heran. – Dazu wird bei Tegel in aller Hast ein ganz neuer Flugplatz gebaut. Alles das sieht nicht nach Frieden aus. Tatsächlich sind die Verhandlungen, die z. Zt. in Moskau stattfinden, bisher völlig ergebnislos gewesen, die Russen wollen es offenbar auf einen Krieg ankommen lassen. Falls es wirklich dazu kommt werden die Westmächte mindestens ein paar Tage lang einen schweren Stand in Berlin haben, denn ihre Flugplätze werden für die Russen ein sehr bequemes Ziel sein. Die Westmächte wissen das u. ziehen deshalb den Zeitpunkt des Kriegsbeginnes durch Verhandlungen hinaus, um Zeit zu gewinnen. Sie müssen so stark sein, daß sie sicher sind ihre in Berlin befindlichen Truppen in wenigen Tagen entsetzen zu können.

     Wauer war wieder ganz gesund. Ich traf ihn an der Arbeit vor einer Riesenleinewand, [8] etwa 3x5 m. groß, auf der er einen furchtbaren allegorischen Kitsch malte. Es ist erstaunlich, was dieser Mensch rein technisch kann. Ich staunte über die große Leinewand, die 1000,– M. gekostet hat. Er erzählte mir lachend, daß diese Leinewand für ein Bild bestimmt gewesen wäre, welches ein Kunsthändler bestellt hatte, dessen Namen er aber nicht nannte. Er zeigte mir die Skizze zu diesem Bilde. Es waren –, bzw. es sollten nicht weniger als 35 naturgetreue Porträts darauf sein. Im Mittelpunkt Joh. R. Becher, der als Präsident des Kulturbundes Marschall Sokolowski begrüßt. Darum herum einige gedeckte Tische, an denen die Kulturbundbonzen aßen u. tranken, ein Tisch der bildenden Künstler mit Hofer, Pechstein usw., ein anderer mit Schriftstellern, einer mit Schauspielern, einer mit Journalisten usw. Darum herum waren die Gebiete dargestellt, deren sich der Kulturbund besonders annimmt: Film, Volksbildung, Geselligkeit, Tanz usw. Das Bild sollte 25.000,– M. kosten. Die Kulturbund-Bonzen hatten auch schon angefangen, sich dafür porträtieren zu lassen; aber dann wurde ruchbar, daß dieses Bild für Amerika bestimmt war u. einer Kampagne gegen den Kulturbund dienen sollte u. die Bonzen zogen sich schleunigst zurück. So ging die ganze Geschichte schief u. Wauer blieb auf seiner Riesenleinewand sitzen, die er sich etwas voreilig gekauft hatte. – Jetzt malt er einen noch größeren, allegorischen Kitsch darauf, dessen Sinn niemand versteht. [...]

[9]
Freitag, 27. August 1948.     

[...] [9]      Leider macht sich nun doch die Unterernährung bei mir bedenklich bemerkbar. Heute bei dem Spaziergang mußte ich mich zweimal hinsetzen, weil die Knie zu schlottern anfingen. Ich werde einfach schlapp u. fürchte, hinzufallen. Alice gibt sich die größte Mühe, mich gut zu ernähren u. das Mittagesse ist auch stets sehr gut, aber es enthält eben zu wenig Nährstoffe. Es besteht fast nur aus Kartoffeln mit irgend welchem Gemüse. Gestern aß ich Stampfkartoffeln mit Gurkensalat, heute Salzkartoffeln mit Gurkengemüse. Es ist immer etwas Fett am Essen, aber nicht ausreichend. Vor allem aber gibt es eben sonst garnichts. Ab u. zu gibt es mal eine winzige Portion Butter, die für ein Frühstück u. ein Abendessen reicht, sonst aber niemals Käse oder Wurst, nicht einmal Kunsthonig. Wenn ich nicht das amerikanische Schmalz von Bertha hätte, müßte ich immer trockenes Brot essen. [...]

[9]
Sonnabend, 28. August 1948.     

[...] [9]      Heute morgen erhielt ich endlich den erwarteten Brief von Martha [...]

[9] Herr Schüler ist mit Herrn Ehlers in Güstrow gewesen u. haben gleich fünf von meinen Bildern, die noch in Ahrenshoop stehen, mitgenommen. Schüler ist begeistert von den schönen Ausstellungsräumen in Güstrow. Außerdem hat er eine Stunde mit dem Oberbürgermeister über meine Bilder u. die Ausstellung geredet, – was er ja prächtig kann –, u. der Oberbürgermeister ist sehr eingenommen für mich. [10] Schüler hatte bisher die meisten meiner in Ahrenshoop stehenden Bilder noch garnicht gesehen, Martha schreibt, daß er sehr entzückt davon war. Es ist merkwürdig, daß Sch. sich jetzt so große Mühe gibt, nach dem er es im Frühjahr abgelehnt hatte, mich auszustellen. Es ist das ein Erfolg der Ausstellung in Tempelhof. Dieselben Bilder, die ihm jetzt so imponieren, lehnte er damals ab.

     Zur Eröffnung meiner Ausstellung will Pastor Kleinschmidt sprechen. Das ist natürlich sehr wirkungsvoll, er ist in Mecklenburg eine Autorität. Schüler ist der Meinung, daß es besser ist, wenn ich zur Eröffnung nicht da bin, sondern erst einige Tage später komme. [...]

[10]      Als zweite angenehme Nachricht kam ein Brief von der Volkshochschule mit der Mitteilung, daß ich als Dozent bestätigt bin. Gleichzeitig schickte man mir das Vorlesungsverzeichnis, in welchem meine Vorträge angezeigt werden. Danach muß ich also zehn Vorträge halten, abends von 8.10 Uhr bis 940 Uhr, beginnend am 15. September, also grade am Eröffnungstage meiner Ausstellung, sodaß ich also so wie so nicht dort sein kann. Am 17. November bin ich dann fertig. Es ist immer der Mittwoch.

     Drittens ist heute das Bild so gut wie fertig geworden. Ich habe es noch nicht signiert, weil ich am Montag noch das Letzte machen will, aber im Prinzip ist es fertig. Es ist sehr gut geworden.

     Heute hat es eine kleine Zigaretten-Zuteilung von zehn Stück gegeben. [...]

[11]
Montag, 30. August 1948.     

[11]      Vormittags gearbeitet, habe aber das Bild doch nicht fertig bekommen. Das Dreieck im Vordergrunde macht mehr Kopfzerbrechen, als ich dachte, dabei ist es sehr wichtig, weil dadurch das ganze Bild erst seine rechte Tiefe bekommt. Morgen aber werde ich bestimmt fertig werden.

     Mittags fuhr ich nach Tempelhof. Schüler erschien auf die Minute pünktlich. Er erwartete noch einen Kunsthistoriker Dr. Lossow, Kustos am staatl. Museum, der für den Güstrower Prospekt den Text schreiben soll. Auch er traf bald ein u. wir verhandelten –, bzw. Schüler allein verhandelte mit dem guten Witkowski, der ja das Einpacken der Bilder besorgen soll. Vorerst aber mußten die bereits eingepackt gewesenen Bilder sämtlich wieder ausgepackt werden. Witkowski wollte da nicht recht ran, worauf Schüler ihn für einen Augenblick hinausbat. Als beide nach zwei Minuten wieder reinkamen, war alles in Ordnung u. Witkowski war zu allem bereit. Schüler wird ihm sicher Geld gegeben haben, ich weiß aber nicht, wieviel –, sicher nicht wenig.

     Wir holten dann alle Bilder zusammen in den großen Ausstellungsraum. Schüler skizzierte die Güstrower Ausstellungsräume u. an Hand dieser Skizze traf er die Auswahl, wobei ich ihm völlig freie Hand ließ. Er zeichnete die Bilder gleich in die Skizze ein. Es wurden, 21 Bilder ausgewählt, dazu die fünf, die Schüler aus Ahrenshoop schon nach Güstrow mitgenommen hat, also insgesamt 26 Bilder. Dazu werde ich noch 12 Zeichnungen geben. – Die ganze Geschichte war sehr anstrengend u. ich war am Schluß erschöpft. Schüler machte die ganze Sache so, als ob er mein offizieller Kunsthändler u. Interessenvertreter sei. Er besorgt auch die Korrespondenz mit Güstrow, den Transport, der wohl mit der Bahn geschehen muß u. überhaupt den ganzen Kram einschl. der Auslagen. Er ist ganz unglaublich interessiert, sodaß ich nur staunen kann. Leider kann er das Hängen der Bilder nicht selbst machen, da er jetzt doch nicht noch einmal nach Ahrenshoop fahren will, wie er erst vorhatte. Er wird den Güstrowern aber eine Skizze für das Hängen senden, nach der sie sich ungefähr richten können. – Auch hat er auf meine Bedingung eines Mindestverkaufs von 500,– M. kein Gewicht gelegt, weil er der Ansicht ist, daß die Stadt Güstrow auf jeden Fall ein Bild kaufen wird, da die Stadt dabei ist, sich eine Sammlung anzulegen u. für dieselbe bereits einen Grundstock hat. Auf jeden Fall werde ich durch die Ausstellung selbst keine Kosten haben, auch den Prospekt druckt Güstrow selbst. Da Erichson ihn druckt, wird er ja auch typographisch einwandfrei werden. – Ich war um 7 Uhr wieder zu hause –, sehr ermüdet. – Herr Dr. Lossow ist ein liebenswürdiger Mensch, er wird einen ganz braven Text verfassen. Auch ihn hat natürlich Schüler engagiert.

     Herr Witkowski hat versprochen, das Verpacken der ausgewählten 20 Bilder zu übernehmen. Er [12] wird auch zum Stettiner Bahnhof fahren, um den Transport zu regeln. Ich selbst muß am Mittwoch nochmals hin, um die Zeichnungen hinzubringen, die mit in die Kisten kommen sollen. Somit wäre also alles bestens geregelt. Die restlichen neun Bilder bleiben dann zunächst weiterhin bei Wauer.

[12]
Dienstag, 31. August 1948.     

[12]      Vormittags das Bild fertig gemacht u. signiert. Zeichnungen für Ausstellung Güstrow ausgesucht, teilweise Passepartouts dafür geschnitten u. zwischen Pappen verpackt. Morgen will ich sie nach Tempelhof bringen.

     An Dr. Lossow einen Prospekt geschickt.

     An Herrn Ehlers – Güstrow geschrieben, von dem ich heute früh einen Brief erhielt. Er kann sich wegen der Währungsreform leider auch nicht auf den von mir verlangten Mindestverkauf einlassen, schlägt aber vor, daß, wenn die Stadt oder der Ku-Bu. ein Bild erwerben wollen, dasselbe dort als Leihgabe verbleiben kann u. in Raten abgezahlt wird. Habe mich einverstanden erklärt u. ihm eine Liste der Zeichnungen geschickt. Die Liste des Gemälde bekommt er von Schüler.

     Auch aus Boizenburg bekam ich heute Nachricht. Auch dort haben sie wegen der Währungsreform kein Geld; aber sie haben demnächst eine größere Veranstaltung, von der sie genügend Einnahmen erhoffen, um die Ausstellung im Oktober machen zu können. Sie werden sich dann entscheiden.

     Mit dem heutigen Tage läuft meine Aufenthaltsgenehmigung in Birkenwerder ab.

     Sehr warmes, schönes Herbstwetter. –