Winternacht (Nikolaus Lenau)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
Autor: Nikolaus Lenau
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Winternacht
Untertitel:
aus: Gedichte. S. 32-33
Herausgeber:
Auflage: 10. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1848
Verlag: Cotta
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: E-Text: Nikolaus Lenau: Sämtliche Werke und Briefe. Herausgegeben von Walter Dietze. 2 Bände. Insel-Verlag Leipzig, Frankfurt a.M., 1970. (=Deutsche Lyrik von Luther bis Rilke. Digitale Bibliothek Band 75. Berlin 2002) Bd. 1 S. 22-23; Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]
[32]
Winternacht.

 1.

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

5
Wie feierlich die Gegend schweigt!

Der Mond bescheint die alten Fichten,
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! friere mir ins Herz hinein,

10
Tief in das heißbewegte, wilde!

Daß einmal Ruh mag drinnen seyn,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!

[33]
 2.

Dort heult im tiefen Waldesraum
Ein Wolf; – wie’s Kind aufweckt die Mutter,
Schreit er die Nacht aus ihrem Traum
Und heischt von ihr sein blutig Futter.

5
Nun brausen über Schnee und Eis

Die Winde fort mit tollem Jagen,
Als wollten sie sich rennen heiß:
Wach auf, o Herz, zu wildem Klagen!

Laß deine Todten auferstehn,

10
Und deiner Qualen dunkle Horden!

Und laß sie mit den Stürmen gehn,
Dem rauhen Spielgesind aus Norden!