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Zedler:Nonnen-Münster

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Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste
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Nonnennäglein

Band: 24 (1740), Spalte: 1248–1250. (Scan)

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Nonnen-Münster, eine Cistercienser-Nonnen-Abtey, welche vom Kayser Ludwig, dem Frommen, auf dem Berge Wallenberg, so nicht weit von Worms gelegen ist, in die Ehre der heiligen Mariä gestifftet worden. Die Reimen, welche man davon lieset, lauten also:

Claustri fundator Ludovicus Induperator,
Princeps egregius, cui det Deus poli jus.

Es ist aber solches Kloster nach der Zeit gen Worms und zwar ausser denen Ringmauren verleget worden, wiewohlen die Zeit, da solches geschehen, annoch unausgemacht. So viel hingegen ist gewiß, daß bereits im Jahr 1016 der Bischoff zu Worms, Namens Burchard, diesem Kloster, darinnen seine Schwester Mechtildis Aebtißin war, unter andern eine Mühle an dem Bache Yßna, welcher mitten durch Worms hinflüsset, geschencket habe. Was vor einer Ordens-Regel die Kloster-Jungfern vor Alters zugethan gewesen, lässet sich wegen ermangelnder Nachricht nicht entscheiden; dieses aber ist unstreitig, daß sie zu Anfang des 13 Jahrhunderts ein so freyes Leben geführet, daß der Bischof Landolf [1249] zu Worms 1237 denenselben ein gewisses Reglement vorgeschrieben, und, weil sie nicht darnach leben wollen, das Kloster gantz eingehen zu lassen entschlossen gewesen, darzu er auch von Gregorio IX die Päbstliche Bewilligung erhalten. Er schaffte auch würcklich aus dem Kloster alle Nonnen fort, und ließ solches mit andern aus dem Cistercienser-Orden besetzen, welche Regel seit der Zeit in beständigem Flor allda gewesen. Schon 1250 war die Anzahl derer Nonnen darinnen über 20 angewachsen, und durch verschiedene milde Stifftungen ist dieses Kloster nach und nach immer ansehnlicher worden. Ausser denen vielen Privilegien von Päbsten und Kaysern, darunter das von Nicolao III, im Jahr 1279. von Carl V, im Jahr 1545. von Maximilian II. 1566. von Rudolph II. 1577. von Ferdinand II. 1625. von Leopoldo 1676 und vom Kayser Joseph 1706, beym Schannat histor. Episc. Wormat. Tom. II. in Abdruck befindlich, hat auch der Ertzbischoff zu Mayntz, Anselm Casimir, sich sehr freygebig gegen solches Kloster bezeiget, und demselben 1644 alle Einkünffte, welche vor diesem das Kloster in Gummersheim genossen hat, geschencket. Das Verzeichniß übrigens derer Aebtißinnen ist nachstehendes:

1. Mechtild, lebte noch 1025.
2. Agnes, die erste Aebtißin nach geschehener Reformation, da die Cistercienser Regel ist eingeführet worden, von 1240, starb den 1 April 1254.
3. Jutta I, starb 1296 am Tage Johannis des Täuffers.
4. Irmengard, 1305.
5. Jutta II. 1334.
6. Anna von Friesenheim 1344, soll um 1346 seyn mit Tode abgegangen.
7. Christina von Wattenheim, starb den 12 May 1365.
8. Trudela, 1366.
9. Margaretha von Kettenheim, starb um 1404,
10. Barbara, bis 1416.
11. Lieba zum Guldin-Ring, starb den 7 December 1454.
12. Elisabeth von Lindenfels, starb den 27 Februar 1482.
13. Catharina von Rudesheim, starb den 10 Julii 1500.
14. Margaretha Kreitzberger, aus Franckfurt bürtig, starb 1505.
15. Apolonia, starb den 27 May 1531.
16. Margaretha Haleqvertin, starb 1543.
17. Elisabeth Herdin, starb den 30 Mertz 1562.
18. Margaretha Kießlin, starb 1590 den 26 Mertz.
19. Eva Sengerin, danckte noch in eben dem Jahr 1590, da sie erwählet worden, wieder ab.
20. Margaretha Seyfridin, starb den 23 Jenner 1612.
21. Magdalena Kreusin, starb 1620 den 20 December.
22. Margaretha Lothringshausen, erwählt den 24 Jenner 1621, starb 1659 den 18 Junii im 71 Jahr ihres Alters.
23. Maria Salome Laßerin, starb den 12 October 1662. [1250]
24. Maria Ursula Benderin, starb den 6 November 1698, im 70 Jahr.
25. Anna Barbara Kolbin, erwählt den 23 November 1698, starb 1703 den 25 April, in dem 53 Jahr ihres Alters.
26. Maria Gertraud Eckenhagen, erwählt den 30 April 1703.

Schannat histor. Ep. Wormat. Tom. I. p. 179 u. ff.